NS-Zeit: Entscheid zu geehrten Ex-OBs am 20. Juli

Branner & Co.: SPD will weitere Debatte

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Karl Branner und Willi Seidel

Kassel. Über die mögliche Aberkennung von Ehrungen für die ehemaligen Kasseler Oberbürgermeister Willi Seidel, Lauritz Lauritzen und Karl Branner wollen die Stadtverordneten am 20. Juli entscheiden.

Dies haben die Fraktionsvorsitzenden jetzt gemeinsam beschlossen. Zuvor will die SPD noch einmal Referenten zu einer öffentlichen Debatte über die NS-Vergangenheit der längst verstorbenen SPD-Politiker einladen.

Wie aus der Sitzung der Fraktionschefs am Montag bekannt wurde, geht es vor allem um die Frage, ob die Karl-Branner-Brücke, die Karl-Branner-Seitenhalle im Rathaus und das Willi-Seidel-Haus umbenannt werden. Grüne, FDP und Linke wollen sich für eine Umbenennung einsetzen. Die CDU tendiere auch dazu, sagte Fraktionschef Norbert Wett. Allerdings solle erst die SPD-Fraktion Stellung beziehen.

Lexikonwissen:

-Karl Branner

-Lauritz Lauritzen

-Willi Seidel

Die Genossen wollen voraussichtlich am 2. Juli zu einer Diskussion einladen. Referenten aus Politik, Wissenschaft und Stadtgesellschaft sollen zu Wort kommen, so SPD-Fraktionsgeschäftsführer Patrick Hartmann. Dies diene der SPD zur Positionsfindung.

In einer von der Stadt beauftragten Studie kamen Historiker kürzlich zu dem Schluss, dass vor allem Branner und Seidel „stark NS-belastet“ waren. Branner hatte eine judenfeindliche Doktorarbeit verfasst. Seidel war im Rathaus mit der Umsiedlung der Kasseler Juden befasst.

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