Diskussion um Einrichtung

Umstrittenes Projekt am Brasselsberg in Kassel: Bewohner des Jungenheims sorgen für Ärger

Seit der Eröffnung des Jungen-Wohnheims am Brasselsberg in Kassel gibt es Ärger zwischen den Bewohnern und Anwohnern. Auch eine Anzeige wurde erstattet. 
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Jungenheim am Brasselsberg in Kassel: An der Konrad-Adenauer-Straße gibt es seit Januar neun Plätze für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. 

Seit der Eröffnung des Jungen-Wohnheims am Brasselsberg in Kassel gibt es Ärger zwischen Bewohnern und Anwohnern. Auch eine Anzeige wurde erstattet.

  • Das Jungen-Wohnheim am Brasselsberg in Kassel sorgt für Diskussionen
  • Wegen Hakenkreuzschmierereien und Sachbeschädigungen wurde Anzeige erstattet
  • Jugendliche, Einrichtungsleiter und Kirchenvorstand führten gemeinsames Gespräch

Kassel - Ende Januareröffnete die Endurance-Jugendhilfe ein Jungen-Wohnheim im ehemaligen Gasthaus „Zum Bismarckturm“ in Kassel. Schon kurz darauf gab es Ärger zwischen Anwohnern und Bewohnern der Einrichtung.

Auslöser waren Hakenkreuzschmierereien und Sachbeschädigungen, die auf das Konto von zwei Heranwachsenden der Wohngruppe gehen. Je nachdem, wen der Betroffenen man fragt, sind die Konflikte inzwischen geklärt.

Kassel: Ärger am Brasselsberg - Schmierereien und Sachbeschädigung 

Bereits während der monatelangen Umbauphase hatte sich in dem Stadtteil von Kassel Widerstand gegen das Projekt von Betreiber und Sozialpädagoge Andreas Böhle formiert. 

In diesen Sorgen fühlt sich etwa Anwohner Christian Rode nun bestätigt. Er bezieht sich auf Straftaten, die bereits in der Nacht auf den 27. Februar verübt und später auch angezeigt wurden. So wurde die Emmauskirche mit Hakenkreuzen besprüht. Auch auf der benachbarten Bushaltestelle, an Grundstücksmauern, Mülltonnen und Stromkästen hinterließen die Sprayer ihre Spuren.

Kassel: Bewohner des Jungen-Wohnheims sorgten für Ärger am Brasselsberg - Pfarrer äußert sich

Anwohner Rode hielt es von Anfang an für falsch, die zum Teil straffällig gewordenen Jugendlichen in einem Wohngebiet unterzubringen. Dies gelte für den Brasselsberg genauso wie für den Osten von Kassel.

Frank Bolz, Pfarrer der Emmauskirche.

Pfarrer Frank Bolz von der Kirchengemeinde Brasselsberg sieht das anders. Im HNA-Gespräch erzählt er, dass er, als er die Anzeige bei der Polizei erstattet habe, zunächst die Wohngruppe nicht in Verdacht gehabt habe. Dies habe sich dann aber doch bestätigt. Die Endurance-Jugendhilfe habe ihm gegenüber eingeräumt, dass die beiden Jungs durch ein Fenster zu dem nächtlichen Streifzug durch das Wohnquartier aufgebrochen seien.

Kassel: Ärger um Wohnheim am Brasselsberg - Jungen räumten Taten ein

Vermittelt durch Ortsvorsteherin Vera Wilmes habe es ein Gespräch mit den Jugendlichen, dem Einrichtungsleiter und dem Kirchenvorstand gegeben, so Bolz. Auch Frau Wilmes sei dabei gewesen. Die Jungen hätten die Taten eingeräumt und dargelegt, dass sie keine rechtsextreme Gesinnung hätten. „Die haben von ihren schwierigen familiären Verhältnissen berichtet, aus denen sie kommen“, sagt Bolz.

Am Ende des Gesprächs wurde sich als Wiedergutmachung auf 50 Arbeitsstunden für den Stadtkirchenkreis geeignet. Bolz stellt aber klar, dass die Ermittlungen der Polizei Kassel davon unberührt seien. Die Strafanzeige laufe weiter.

Kassel: Wohnheim am Brasselsberg - Sondersitzung wegen Corona verschoben

„Es war auch geplant, eine Sondersitzung des Ortsbeirates zu dem Thema anzuberaumen, in der wir den Umgang mit der Angelegenheit schildern wollten“, so der Pfarrer. Aufgrund von Corona werde sich die Sitzung nun aber verschieben. Er hält es für wichtig, die Sache „nicht unter den Tisch zu kehren“, aber gleichzeitig deutlich zu machen, dass die Jugendlichen eine zweite Chance verdient hätten.

Ortsvorsteherin Wilmes (CDU) wollte sich auf HNA-Anfrage nicht zu der Sache äußern. Der Leiter der Endurance-Jugendhilfe hat auf unsere Anfrage ebenfalls nicht reagiert.

Von Bastian Ludwig

Bereits vor der Eröffnung des Jungen-Wohnheims am Brasselsberg in Kassel schlugen bei den Anwohnern die Wellen hoch. Anwohner befürchten, dass die geplante Jungen-Wohngruppe für Ärger in der Nachbarschaft sorgen könnte. Der Betreiber und das Jugendamt teilen die Sorgen nicht.

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