Weniger Übergewicht, weniger Sprachprobleme

Kinder sind gesünder als noch vor sechs Jahren - aber Bewegung fehlt

Kassel. Die Gesundheit der Kasseler Kinder hat sich in den vergangenen sechs Jahren insgesamt leicht verbessert. Das wurde auch bei den Einschulungsuntersuchungen des Gesundheitsamtes deutlich. So ist die Zahl der übergewichtigen Kinder seit 2009 bis heute von 15 auf 11,4 Prozent zurückgegangen

Auch Sprachauffälligkeiten sind in diesem Zeitraum von 26 auf 19,5 Prozent deutlich gesunken. Dafür haben sich die grobmotorischen Fähigkeiten der Schulanfänger verschlechtert. Und noch eines wird deutlich: Die soziale Herkunft spielt bei der Entwicklung der Kinder eine entscheidende Rolle.

Das wird am Beispiel Übergewicht deutlich: In Stadtteilen mit größeren sozialen Problemen und einer bildungsferneren Elternschaft bringen überdurchschnittlich viele Kinder zu viel auf die Waage. In Stadtteilen wie der Nordstadt, Rothenditmold, Wesertor, Waldau und Bettenhausen machen sich Defizite bei Ernährung und Mundhygiene auch in Form einer schlechteren Zahngesundheit der Kinder bemerkbar.

In einer bildungsnahen Familie beziehungsweise einem privelegierten Stadtteil aufzuwachsen, kann sich in anderen Bereichen aber auch nachteilig auf die Kindergesundheit auwirken. So gibt es bei Kindern in Wilhelmshöhe, Brasselsberg oder dem Vorderen Westen, aber auch in Rothenditmold, Aufflälligkeiten in der Körperkoordination. Viele Kinder seien überbehütet und Eltern trauten inen beim Toben und Spielen zu wenig zu, gibt Dr. Gabriele Oefner vom Gesundheitsamt Region Kassel zu bedenken.

In den bildungsnahen Stadtteilen gebe es zudem unverändert eine impfkritische Elternschaft. So sei es in sechs Jahren gerade mal gelungen, die Impfrate bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung um zwei Prozent auf 90 Prozent zu steigern. Oefner: „Wir bräuchten aber 95 Prozent, um die Masern zu eleminieren.“

Von Martina Heise-Thonicke

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