Stadt stellt sich hinter Bauherrn

Neubauten am Brasselsberg in Kassel: Investor erwidert Kritik

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Stoßen bei einigen Anliegen nicht auf Gegenliebe: Die Neubauten an der Schwengebergstraße am Brasselsberg. Für sie mussten zwei ältere Häuser weichen.

Brasselsberg. Dieter Preissing fühlt sich kriminalisiert. Der Ortsbeirat Brasselsberg lasse ihn als Investoren „in einem schlechten Licht“ dastehen, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Das Stadtteilgremium hatte Preissing vorgeworfen, er halte sich nicht an seine Pläne und baue größer und höher als angekündigt. Preissing weist diese Vorwürfe zurück. Er halte sich selbstverständlich an die Baugenehmigung. Dies wird durch die Stadt Kassel so auch bestätigt.

Dieter Preissing errichtet an der Schwengebergstraße insgesamt 16 barrierefreie Etagenwohnungen in vier Mehrfamilienhäusern. Dafür investiert er sechs Millionen Euro. Die Wohnungen sollen nicht verkauft, sondern vermietet werden. Für den Neubau wurden im vergangenen Jahr zwei alte Häuser abgerissen.

„Die Anwohner stellen sich hier wohl ein Einfamilienhaus mit Obstgarten vor“, sagt Pressing. Aber die private Investition müsse sich auch rentieren. Ursprünglich seien mal zwölf Wohnungen geplant gewesen, aber die vier weiteren Wohnungen seien durch die Stadt nachgenehmigt worden. An den Außenabmessungen habe sich dadurch aber nichts geändert.

So soll es werden: Die Stadtvillen aus der Vogelperspektive. Rechts führt die Johann-Jakoby-Straße entlang.

Die Klage eines Anwohners vor dem Kasseler Verwaltungsgericht gegen die Stadt Kassel sei zugunsten der Stadt entschieden worden.

Preissing hat kein Verständnis für die Kritik. Er schaffe in den Stadtvillen hochwertige Mietwohnungen mit Aufzug, Tiefgarage und Garagen. „Man müsste doch eigentlich froh sein, dass hier jemand investiert und Wohnraum schafft“, sagt der Investor. Ab Frühjahr 2018 sollen die ersten Mieter einziehen können.

Nach Auskunft der Stadt Kassel war das Vorhaben dem Ortsbeirat Brasselsberg im Oktober 2015 vorgestellt worden. Damals präsentierten Architekt Francesco Barba aus Fuldabrück und der Bauherr eine zweigeschossige Bebauung plus Staffelgeschoss sowie Keller.

So soll es werden: Die Stadtvillen aus der Vogelperspektive. Rechts führt die Johann-Jakoby-Straße entlang.

Weil sich das Baugrundstück im sogenannten unbeplanten Innenbereich befinde, müsse es nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches beurteilt werden, erläutert ein Stadtsprecher. Dies habe zur Folge, dass nicht die rechnerische Anzahl der Vollgeschosse entscheidend sei, sondern die absolute Gesamthöhe der Mehrfamilienhäuser.

Die Gebäude fügten sich in die nähere Umgebung ein. Die Grundflächenzahl, die angibt, wie stark ein Grundstück bebaut werden darf, liege bei dem Projekt bei 0,2. Das bedeutet: 20 Prozent der Fläche dürfen bebaut werden. Die Geschossflächenzahl, die das Verhältnis der gesamten Geschossflächen zur Fläche des Baugrundstücks angibt, liege bei 0,5. Damit werde das am Brasselsberg übliche Maß eingehalten.

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