Ruhestand nach über 16 Jahren

Pionierin Christa Joedt verlässt das Kasseler Hospiz

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Abschied: Geschäftsführerin Christa Joedt verlässt nach über 16 Jahren das Hospiz Kassel. Am 28. Februar geht sie in den Ruhestand.

Kassel. Christa Joedt, die langjährige Leiterin des Hospiz Kassel, verabschiedet sich Ende des Monats in den Ruhestand. Die Nachfolgerin steht bereits fest.

Es war ein langes Ringen und kein einfacher Weg bis das Hospiz Kassel im Mai 2000 eröffnet werden konnte und sich etabliert hatte. „Wir haben ja Neuland betreten“, sagt die 63-Jährige rückblickend.

Inzwischen ist das Hospiz Kassel eine Erfolgsgeschichte. „Am Anfang musste der Hospizgedanke den Menschen erst einmal vermittelt werden. Heute werden wir enorm stark nachgefragt“, sagt Joedt. 1198 Menschen hat das Hospiz seit 2000 als Gäste verzeichnet.

Träger des Hospizes ist die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen Hofgeismar, Kooperationspartner der Hospizverein Kassel, der die ambulante Hospizarbeit anbietet und auf dessen Initiative auch die Gründung des stationären Hospizes zurückzuführen ist. Die Juristin Christa Joedt war von Anfang an die Leiterin der Einrichtung. Sie hat über 16 Jahre lang das Haus an der Konrad-Adenauer-Straße in ihrer ruhigen, klugen Art maßgeblich geprägt. „Auch wenn die Arbeit darin bestand, immer wieder Abschied nehmen zu müssen, war es eine erfüllende Tätigkeit“ sagt sie: „Wir wissen wofür und für wen wir arbeiten.“ Sie habe im Umgang mit den Sterbenden und ihren Angehörigen viel über das Leben – auch über das eigene – gelernt.

Gäste nie auf das Sterben reduzieren

Entsprechend ihrem breit gefächerten Fachwissen und ihren Interessen hatte Christa Joedt eine vielseitige Ausbildung. Die Brücke von der Juristerei, ihrem Studienfach, zur Arbeit für eine kirchliche Einrichtung war für sie die Musik. Auch im Hospiz hat Christa Joedt häufig am Klavier gesessen. Im Hospiz lerne man, die schönen Dinge wertzuschätzen, dazu gehöre auch das Lachen. Ihr Grundsatz war es, die Gäste im Hospiz nie auf das Sterben zu reduzieren.

Am 28. Februar ist Christa Joedts letzter Arbeitstag. Ihre Nachfolge tritt die heutige Pflegedienstleiterin Christina Günther an. Der Betrieb werde so keinen Bruch erfahren. 13 Menschen arbeiten in Teilzeit im Hospiz, außerdem sind 30 Ehrenamtliche im Einsatz.

Für die Zeit ihres Ruhestands freut sich Joedt vor allem auf viele gemeinsame Unternehmungen mit ihrem Mann, der bald ebenfalls in Rente geht. Nichts Spektakuläres habe sie sich vorgenommen, lediglich etwas Entschleunigung. Es werde wunderbar sein, einfach mehr Zeit zu haben: für Freunde, für die betagte Mutter und Schwiegermutter, aber auch für den Garten und die Musik.

Mehr Informationen zum Kasseler Hospiz finden Sie hier.

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