Neue Häuser zu hoch

Weitere Stadtvillen: Ärger über Bau am Brasselsberg in Kassel

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Dieser Neubau am Brasselsberg sorgt für Kritik: Auf dem Grundstück an der Schwengebergstraße entstehen Stadtvillen, die nach Einschätzung des Ortsbeirats deutlich zu hoch werden. 

Kassel. Früher standen auf dem Grundstück an der Schwengebergstraße in Kassel zwei Häuser, jetzt entstehen dort mehrere Stadtvillen. Und das sorgt für Ärger.

„Wie hoch wird das denn?“, fragt eine Nachbarin, die mit ihrem Hund an der Schwengebergstraße spazieren geht und schüttelt mit dem Kopf. Sie ist nicht die einzige, die sich über die Neubauten an der bislang ruhigen Anliegerstraße in bester Wohnlage vom Brasselsberg ärgert. Bis vor gut einem Jahr standen auf dem großen Grundstück noch zwei alte Villen. Die wurden mittlerweile abgerissen und sollen durch mehrere Stadtvillen ersetzt werden.

Vera Wilmes

Das, was man jetzt sehe, habe kaum noch etwas mit den Plänen zu tun, die im Ortsbeirat vorgestellt wurden, sagt Ortsvorsteherin Vera Wilmes. Bei dem Stadtteilgremium sind eine ganze Reihe von Beschwerden eingegangen. Der Tenor: Die Bebauung werde viel zu hoch, es würden viel mehr Wohnungen gebaut als ursprünglich angekündigt.

Das klang im Herbst vergangenen Jahres noch ganz anders. An der im Ortsbeirat vorgestellten Planung werde sich nichts ändern, sagte damals der Architekt Francesco Barba (Fuldabrück), der im Auftrag von Investor Dieter Preissing agierte. Vorgesehen sei eine barrierefreie Bebauung mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Gebaut werden solle zudem eine Tiefgarage sowie weitere Garagen mit 19 Stellplätzen. Die Wohnungen wolle man nicht verkaufen, sondern vermieten.

Abriss vor gut einem Jahr: Auf dem Grundstück standen früher zwei ältere Villen. 

Mittlerweile steht der Rohbau und weist deutliche Abweichungen von diesen Angaben aus. „Der Bauherr hat sich nicht an die Pläne gehalten“, sagt Ortsvorsteherin Vera Wilmes. Die Stadtvillen auf dem Grundstück zwischen der Schwengebergstraße und der Johann-Jakoby-Straße hätten bis zu fünf Geschosse. Der Ortsbeirat hat deshalb die Stadt Kassel aufgefordert, zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Man wolle wissen, ob dieser Bau so genehmigt sei.

Über den konkreten Fall hinaus ist der Neubau nach Einschätzung von Wilmes wegweisend für die Entwicklung am Brasselsberg. Es gebe Richtlinien, wonach lediglich eine Bebauung mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss zulässig sei. Es zeichne sich ab, dass in den nächsten Jahren viele alte Villen mit großen Grundstücken am Brasselsberg verkauft würden. Sollte das Beispiel an der Schwengebergstraße Schule machen, verändere das den Charakter des Stadtteils.

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