50 Thüringer Bratwurstfreunde testeten in Kassel das nordhessische Angebot

Lob vom Bratwurstkönig

Gute Noten für die Ahle Wurst: Sarah Clobes (links) und Mario Träbing (rechts) von der Fleischerei Barthel bedienten die Gäste aus Thüringen, darunter auch Andreas Henning und Torsten Weidemann (von links). Fotos: Schoelzchen

kassel. Wo bleiben sie denn? Sonja Barthel blickt auf die Uhr. Die 50 Bratwurstfreunde aus Thüringen, die sich zur Wurstverkostung in der Kasseler Fleischerei Barthel angemeldet haben, müssen jeden Moment kommen. 50 grobe Hausmacher Bratwürste liegen für die Gäste bereit. Ob sie ihnen schmecken?

„Die Geschmäcker sind verschieden“, sagt die Chefin der Metzgerei an der Wilhelmsstraße. „Was für den Thüringer die Bratwurst ist, ist für uns Nordhessen die Ahle Wurst.“ Und mit der kann die Metzgerei am Samstag bei den Gästen punkten. Die „Freunde der Thüringer Bratwurst“, Trägerverein des Deutschen Bratwurstmuseums in Holzhausen bei Arnstadt, haben diesmal Kassel als Ziel ihres jährlichen Vereinsausflugs erkoren.

„Gut gewürzt, schön im Biss, ganz, ganz super.“

Andreas Henning über die Ahle Wurst

Andreas Henning, ehemaliger Thüringer Bratwurstkönig, ist voll des Lobes über die Ahle Wurst. „Gut gewürzt, schön im Biss, ganz, ganz super.“ Sein Urteil über die Bratwurst vom Grill, die er zuerst verputzte: „Im Biss fester als die Thüringer, im Geschmack ganz okay.“ Der 43-Jährige vermisst das Herbe, das die Thüringer Bratwurst ausmacht. „Aber es ist doch schön, dass jede Wurst anders schmeckt“, sagt er gut gelaunt. „Sonst wäre es langweilig.“ In den Pausen auf seinen Touren beißt der Busfahrer öfter in eine Bratwurst. „Meistens esse ich zwei: eine mit und eine ohne Senf. Das gibt eine schöne Figur“, sagt der Zwei-Zentner-Mann und lacht.

Anders und doch lecker

Bei den meisten kommt die Hausmacher Bratwurst aus dem Hause Barthel gut an. „Bei uns wird sie mehr auf dem Holzkohlegrill gegart“, sagt Thomas Mäuer, „aber sonst ist sie sehr lecker.“ Auch der gastfreundliche Empfang mit der Ahlen-Wurst-Verkostung gefällt den Besuchern. „Die Bratwurst war lecker, nur anders gewürzt“, sagt Calista Halbreiter. Die Neunjährige ist schon eine richtige Wurstexpertin. „Man schmeckt, dass es ein anderes Rezept ist.“

„Wir sind keine religiösen Eiferer“, versichert der Vorsitzende der Bratwurstfreunde, Uwe Keith. „Wir sind mit der Thüringer Bratwurst groß geworden und lieben sie deshalb.“ Die Wurstfreunde aus Arnstadt und Umgebung haben es sich zur Aufgabe gemacht, Regionen zu besuchen, die für ihre Würste gerühmt werden. „Kassel ist für seine Ahle Wurst bekannt“, sagt Keith, der auch Geschäftsführer des Verbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst ist.

Fleischermeister Mario Träbing nutzt die Gelegenheit zum Fachsimpeln mit den Gästen, die sich für die Stadtbesichtigung stärken. Den Tipp von Grillspezialist Roland Brehm mit dem Bärlauch werde er ausprobieren, sagt er. Mehr will er nicht verraten: Betriebsgeheimnis. „Gelobt worden sind wir“, sagt der Metzger zufrieden. Und das ist der schönste Lohn.

Auch Fleischerei-Chefin Sonja Barthel war nach der Stippvisite der Wurstkenner aus Thüringen ganz entspannt: „Das hat Spaß gemacht.“ Schließlich kann sich die Wurst aus Kassel mit der Thüringer messen.

Das Bratwurstmuseum im Ortsteil Holzhausen der Wachsenburggemeinde in der Nähe von Arnstadt ist von April bis Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

www.bratwurstmuseum.de

Von Ellen Schwaab

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