Shitstorm bei Facebook

"Break out and run free": Lob und Kritik nach Hindernislauf

Kassel. Im Ziel war die Meinung recht einhellig. „Das war ein großer Spaß“, sagte Alex Orlob aus Kassel über die Laufveranstaltung „Break out and run free“. „Und mal was ganz anderes.“ Damit traf er den Nerv vieler der knapp 1200 Starter, die sich zumindest im Ziel ähnlich äußerten.

Die Sieger

Am schnellsten absolvierte Felix Thum aus Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis) die Strecke. Er war nach weniger als 53 Minuten im Ziel. Schnellste Frau war Pia Krug aus Kassel mit 1:06 Stunden.

Erste Platzierungen Männer:

1. Felix Thum (LC Eschenburg) 0:52:34,

2. Holger Aselmeyer (Team Arsos Vellmar) 0:53:48,

3. Caspar Apel (Stein) 0:55:32.

Erste Platzierungen Frauen:

1. Pia Krug (TSG Wilhelmshöhe Kassel) 1:06:23

2. Yvonne Voß (Team Heilpraxis für Sporttherapie + Chinesische Medizin Frankfurt) 1:11:11,

3. Barbara Seewald (Kassel) 1:17:26.

Erste Platzierungen Teams:

1. LC Eschenburg mit Stefan Thum (0:58:52), Kay Schmalstieg (1:00:03), Felix Thum (0:52:34)

2. Team Zentrallager mit Christian Nowakowski (1:02:40), Thorben Söhle (1:02:37), Noyan Belen (1:02:42), Benjamin Böhmer (1:02:34).

3. Triathlon KSV Baunatal 2:05:34 mit Tobi Kiesling (1:02:48), Torben Siebert (1:02:47), Simon Sareika (1:02:48).

Erste Platzierungen Staffeln:

1. Beck´s Knackis mit Sven Krannig, Patrick Hochhuth, Frank Adam 1:26:53

2. Die flotten Bienen mit Sarah Siebert, Sven Deussing, Nicole Heitmeier 1:34:19.

3. Couchpotatoes Christian Robrecht, Anastasia Kloster, Claus Peter Drabek 1:37:11.

Deutlich kritischer waren viele Reaktionen auf der Facebook-Seite der Veranstalter. Organisationsmängel wurden beklagt, die Strecke sei schlecht abgesichert und beschildert gewesen. Einige forderten ihr Startgeld zurück. So schrieb zum Beispiel Ingo W.: „Ich habe mich für 90 Euro unter dem Rahmen 18 Kilometer, 21 Hindernisse und Gefängnisaufenthalt in einer Zelle angemeldet. Bekommen habe ich langes Warten, keine Zelle, ca. 12 Kilometer und 10 Hindernisse! Keine Wegbeschilderung, keine Beschilderung der Duschen (...). Einfach eine riesen Frechheit! Ich will die Hälfte meines Geldes zurück! Betrug! (...)“

So viele Hindernisse wie angekündigt seien es nicht gewesen, sagte Barbara Seewald aus Kassel, die sich als drittschnellste Frau im Ziel mit einem Bier und einer Zigarette belohnte. „Ich hatte es mir spektakulärer vorgestellt, aber es hat trotzdem Spaß gemacht.“ Und der Schrittzähler von Florian Drexler aus Lohfelden zeigte im Ziel eine Strecke von 13 Kilometern an.

Am Start im früheren Gefängnis Elwe waren viele trainierte Marathon- und Langstreckensportler vertreten, die auch die ersten Plätze unter sich ausmachten. Doch für fast alle stand die sportliche Herausforderung unabhängig von der Platzierung im Vordergrund. Entsprechend fantasievoll waren die Kostüme. Am Start waren Panzerknacker und sogar Vogelscheuchen zu sehen.

Für viele war es der erste Hindernislauf, und mancher kam gerade beim Durchqueren der Fulda an seine Grenzen. Dort mussten Ehrenamtliche der DLRG einigen, die von Krämpfen geplagt waren, ans Ufer helfen.

Hart wurde es gleich am ersten Hindernis in der Fuldaaue, was jedoch nicht an der körperlichen Anstrengung lag. Bevor es durch Kanalrohre und eine überdimensionale Toilette ging, mussten die Starter einen Container voller Kuhdung überwinden.

Dass am Ende nicht alles so war wie versprochen sahen im Ziel viele den Organisatoren nach. Schließlich sei es die erste Veranstaltung gewesen.

Ob es zu einer Neuauflage kommt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Eine Anfrage der HNA nach dem Fazit ließen die Veranstalter unbeantwortet.

Das sagen die Helfer

Fulda-Strömung machte Startern zu schaffen

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer derHilfsorganisationen waren entlang der Strecke in den Fuldaauen vertreten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Kassel stellte 66 Einsatzkräfte. Unter der Autobahn 49 sicherte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mit 25 Einsatzkräften und fünf Booten die Starter, während sie die Fulda durchquerten.

Aktualisiert um 19.20 Uhr.

Dieses Hindernis sei auch der „neuralgischste Punkt“ bei der Veranstaltung gewesen, sagte DRK-Einsatzleiter Michael Fuhs. Einige Teilnehmer mussten mit Krämpfen an Land gebracht werden. Manchen habe die Strömung ziemlich zu schaffen gemacht.

Insgesamt zogen die Hilfsorganisationen aber ein positives Fazit. Bis kurz vor Ende hätten nur drei Starter medizinische Hilfe benötigt, mit Erschöpfungszuständen und einer Fußverletzung – „typische Fälle bei Laufveranstaltungen“, sagte Fuhs. „Nichts Dramatisches.“

Von Claas Michaelis

Fotos vom Hindernislauf

"Break out and run free": Hindernislauf durch Kassel

Rubriklistenbild: © HNA/Fischer

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