Große Mehrheit: Medizin-Uni in Kassel soll nun doch kommen

Kassel. Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) hat mit breiter Mehrheit die Gründung einer Medizin-Uni in Kassel auf den Weg gebracht.

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In den nächsten Tagen wird der GNH-Vorstand Kontakt mit der südenglischen Universität Southampton aufnehmen, um das im Juli 2010 gestoppte Projekt wieder aufzunehmen.  Dem Klinikum Kassel als führendem Krankenhaus der Region gut ausgebildete Ärzte zu sichern, ist das wichtigste Ziel der Gründung. Dabei soll mit der Uni Southampton zusammengearbeitet werden, die als eine der führenden Hochschulen Großbritanniens gilt. Dort sollen die Studenten in den ersten beiden Jahren ausgebildet werden und danach für drei Jahre am Klinikum das Studium mit Praxis-Schwerpunkt fortsetzen. Damit würde das Kasseler Krankenhaus zur Uni-Klinik. In jedem Jahr sollen für das auf fünf Jahre verkürzte Studium der Humanmedizin 24, also insgesamt 120 Studenten aufgenommen werden. Das Klinikum würde damit nicht zur Mini-Uni, sondern zu einem großen Lehrkrankenhaus.

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Ziel ist es, mit dem Studienangebot im Herbst dieses Jahres zu starten, sagt GNH-Aufsichtsratschef und Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD). Die ersten Studenten würden dann ab 2014 im Klinikum ausgebildet. Obwohl bis gestern Abend unklar war, ob die Uni-Gründung überhaupt gestartet wird, habe es für die 24 Studienplätze im ersten Jahr bereits 300 Bewerbungen gegeben.

Umstritten ist das Vorhaben, weil der Studienplatz an der privaten Hochschule 12.000 Euro im Jahr kosten soll. Zudem fallen für das Klinikum in den ersten fünf Jahren der Medizin-Uni Vorlaufkosten von bis zu vier Millionen Euro an. Ein Teil der Chefärzte des Klinikums, die für die Ausbildung der Studenten sorgen sollen, befürchtet erhebliche Mehrarbeit und den Verlust bestehender Lehrberechtigungen. (ach)

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