Baudezernent Lohse verhandelt über Angebot, Senator zu werden

Dr. Joachim Lohse

Kassel. Es klang wie eine Abschiedsrede: Kassels Baudezernent Dr. Joachim Lohse, der als Umweltsenator des Landes Bremen im Gespräch ist, sprach am Donnerstagabend vor der Mitgliederversammlung der Kasseler Grünen.

Es seien „Veränderungsgerüchte“, die seit Mittwoch durch die Presse gingen, sagte er zunächst, gestand dann aber ein: „Ich werde am Sonntag ein Gespräch mit der dreizehnköpfigen Verhandlungskommission in Bremen führen, danach fällt die Entscheidung.“

Vergangene Woche sei die Anfrage der Bremer Grünen gekommen, die nach der Bürgerschaftswahl Ende März gerade mit der SPD eine neue Regierung im kleinen Bundesland bilden. Am 27. Juni soll eine Mitgliederversammlung der Bremer Grünen über die Kandidaten für die drei Senatorenposten entscheiden, die die Partei besetzen darf. In der Hansestadt heißt es, Lohse sei der einzige Kandidat für den Umweltsenat.

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Die Stelle in Bremen habe für ihn „fast nur Vorteile“, sagte der promovierte Geochemiker. Seine Aufgabe in Kassel, die er im März 2010 übernommen hatte, sei „nicht immer angenehm“. Es sei beispielsweise schwierig gewesen, Dinge in die Realität umzusetzen, die politisch lange beschlossen waren. Als Beispiel nannte Lohse das Energie- und Klimareferat. Die Umsetzung sei vom Magistrat „monatelang hinausgezögert“ worden - das war offenbar ein Seitenhieb gegen die hauptamtlichen Dezernenten der SPD. Insbesondere Lohses Verhältnis zu Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Kämmerer Dr. Jürgen Barthel gilt als nicht gerade freundschaftlich.

Er habe sich von Basis und Fraktion der Grünen hingegen immer unterstützt gefühlt, sagte Lohse, dafür sei er dankbar. Auch die Zusammenarbeit im Dezernat habe sich gut entwickelt - das mache ihm einen Abschied schwerer.

Das alles klang nicht so, als bliebe Lohse noch lange in Kassel. Und auch von seinem Status als parteiloser Dezernent hat er am Donnerstag Abschied genommen: Er ist jetzt der grünen Partei beigetreten.

Von Uli Hagemeier

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