Gewerkschaft der Polizei kritisiert Chefs des Ordnungsamts

Brennpunkt Untere Königsstraße: "Knöllchen wichtiger als Drogen"

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Brennpunkt Untere Königsstraße

Kassel. Stefan Rüppel, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Nordhessen, nimmt die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei der Debatte über die Drogenszene am Stern in Schutz.

Wie die HNA berichtete, haben sich mehrere Geschäftsleute an der Unteren Königsstraße über den offenen Drogenhandel beschwert. Sie fordern unter anderem mehr Kontrollen durch das Ordnungsamt. Rüppel kritisiert in diesem Zusammenhang die Stadt Kassel:

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Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die in der Vergangenheit Kontrollen in der Drogenszene gemacht hätten, seien seiner Kenntnis nach durch Vorgesetzte „nicht unbedingt unterstützt“ worden, da andere Schwerpunkte, wie zum Beispiel die Verkehrsüberwachung (Knöllchen und Blitzen), Priorität im Ordnungsamt hätten.

Dabei hätten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in den vergangenen Monaten „zum Teil herausragende Erfolge bei Personenkontrollen in der Drogenszene“ gehabt, sagt der GdP-Vorsitzende. Er nennt als Beispiele die Sicherstellung von Betäubungsmitteln und Diebesgut, das in der Drogenszene verkauft werden sollte.

Zudem seien Personen erwischt worden, die mit Haftbefehl gesucht worden seien. „Leider gelingt es hier der Stadt Kassel nicht, anders als beim Polizeipräsidium Nordhessen, diese Erfolge ihrer Mitarbeiter auch in die Öffentlichkeit zu transportieren“, sagt Rüppel. Darüber hinaus sei es natürlich die Aufgabe der Polizei, die Drogenkriminalität zu bekämpfen, sagt Rüppel.

Die Kollegen des Ordnungsamtes Kassel hätten weder die gleichen rechtlichen Befugnisse und die Ausbildung noch die Ausrüstung wie Polizeivollzugsbeamte, um hier wirksam die Drogenkriminalität bekämpfen oder unterbinden zu können.

Zudem seien den Mitarbeitern des Ordnungsamtes zahlreiche weitere Aufgaben im Stadtgebiet übertragen worden, sodass hier eine ständige Präsenz mit dem geringen vorhandenen Personalansatz nicht möglich ist. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind zu großen Teilen bei der GdP Nordhessen in einer eigenen Kreisgruppe organisiert. (use)

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