Häufig gefährliche Situationen auf der Kurt-Wolters-Straße

Brenzlige Situationen: Viele Fahrradfahrer fahren falsch

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So wird es richtig gemacht: Eine Fahrradfahrerin auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg an der Kurt-Wolters-Straße. Dieser darf nicht entgegen der Fahrtrichtung benutzt werden.

Kassel. Auto- und Radfahrer sind nicht gerade die besten Freunde. Das ist auch in Kassel der Fall. Der eine ist genervt vom anderen. Oft fehlt auf beiden Seiten das Verständnis. Viele Radfahrer fühlen sich auf Kassels Straßen benachteiligt.

Deshalb hat sich jetzt sogar eine Bewegung mit dem Namen „Critical Mass“ gegründet. Sie fordert mehr Rechte für Radler. Doch wie sieht es wirklich in der Stadt aus? Wir haben uns das Verhalten der Radfahrer an einem Brennpunkt im Stadtteil Wesertor genauer angeschaut.

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Am Nachmittag ist auf der Kurt-Wolters-Straße zwischen Holländischem Platz und Katzensprung jede Menge los. Es ist laut, der Verkehr staut sich. Viele Radfahrer sind unterwegs. Eine Gefahrenstelle ist laut Polizei die Einmündung Kurt-Wolters-Straße / Artilleriestraße. Hier sei es vermehrt zu gefährlichen Situationen gekommen. Denn Radler, die vom Katzensprung Richtung Universität wollen, benutzen nicht – wie vorgeschrieben – den Radweg auf der rechten Seite der Straße, sondern fahren auf der gegenüberliegenden Seite entgegen der Fahrtrichtung.

Nur wenige Minuten nach unserer Ankunft dort können wir eine brenzlige Situation beobachten. Ein Auto will von der Kurt-Wolters-Straße nach links in die Artilleriestraße einbiegen. Gleichzeitig kommt ein Radfahrer den Fuß- und Radweg hochgedüst. Das Auto kann gerade noch rechtzeitig bremsen. Der Radfahrer weicht aus und setzt seinen Weg fort.

„Das ist ein klassisches Beispiel“, sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Schnittger. Die Benutzung der Fahrbahn entgegen der Fahrtrichtung sei neben der Verletzung der Vorfahrtsregel die Hauptursache von Radunfällen. In den nächsten zehn Minuten beobachten wir acht Fahrer, die gegen Verkehrsregeln verstoßen. „Ich habe nicht auf die Schilder geachtet“, sagt ein Radler, als wir ihn ansprechen. In Kassel müsse man sehen, wie man gut vorankomme und sich eben einfach durchschlängeln.

„Einigen ist nicht bewusst, dass sie gerade etwas falsch machen“, sagt Jürgen Schnittger. Dazu komme, dass Radfahrer nicht so schnell erwischt werden, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Schließlich haben Fahrräder keine Kennzeichen.

Nach einer halben Stunde brechen wir unsere Beobachtung ab. Welcher Eindruck bleibt? Tatsächlich haben wir innerhalb kurzer Zeit viele Falschfahrer entdeckt. Allerdings konnten wir mindestens genauso viele Radler beobachten, die sich an die Verkehrsregeln halten.

Und noch etwas war auffällig: Am Katzensprung scheint die Verkehrsführung für Radfahrer des Öfteren für Verwirrung zu sorgen. Einige Radler bezeichneten sie als unübersichtlich und gaben an, unsicher zu sein, wo sie an dieser Stelle überhaupt entlangfahren dürfen.

Von Nina Thöne und Julia Schwekendiek

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