Solartechnikhersteller ist trotzdem gut bei Kasse und hat 300 Mio. Euro flüssig

SMA bricht Umsatz weg

Dunkle Wolken über SMA: Der Umsatz des Wechselrichter-Herstellers ist von Januar bis September 2013 um 40 Prozent eingebrochen. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit 80 bis 90 Millionen Euro Verlust und will sich bis Ende 2014 von 800 Mitarbeitern trennen. Foto: dpa

Niestetal / Kassel. Anfang dieser Woche kündigte der Solartechnikhersteller SMA 80 bis 90 Millionen Euro Verlust in diesem Jahr an. Im jetzt vorgelegten Quartalsbericht wird der massive Geschäftseinbruch im Jahr 2013 anschaulich: Der Umsatz in den ersten drei Quartalen ist im Vergleich zu 2012 um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Ende September hatte der Konzern 22 Millionen Euro Verlust gemacht.

Von Januar bis September 2013 verkaufte das Unternehmen Solar-Wechselrichter mit einer Leistung von 4,0 Gigawatt (2012: 5,9 Gigawatt) und erzielte einen Umsatz von nur noch 0,71 Milliarden Euro (2012: 1,2 Milliarden Euro). Silberstreif am Horizont ist der kräftig gestiegene Auslandsanteil am Umsatz, der jetzt bei 69,3 Prozent liegt (2012: 53,4 Prozent).

Weil der Kernmarkt Europa schwächelt, will SMA vor allem in Nordamerika, Japan, Australien, Thailand und Großbritannien mehr Wechselrichter verkaufen. Das Ziel hat Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon gesteckt: 2014 soll SMA den Umsatz wieder steigern und Gewinn erzielen. Gründe für den starken Nachfragerückgang nach Wechselrichtern für Solarstrom sind Kürzungen der Einspeisevergütungen in Deutschland sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise in Südeuropa.

Der Verlust von 22 Millionen Euro bis Ende September resultiert aus Aufwendungen für Personalanpassungen in Höhe von 20 Millionen Euro und Verlusten der chinesischen Firmentochter Zeversolar. Ohne diese beiden Verlustposten „erreichte SMA im Berichtszeitraum trotz eines Umsatzeinbruchs von 40 Prozent ein ausgeglichenes operatives Ergebnis“, sagt Urbon. Er verweist auch darauf, dass SMA gut bei Kasse ist. Das Unternehmen habe Ende 2013 noch über 300 Millionen Euro flüssig, verfüge über eine Eigenkapitalquote von 57,7 Prozent und könne die weitere Entwicklung aus eigener Kraft finanzieren.

Bis Ende 2014 will sich das Unternehmen von 800 Mitarbeitern vor allem in Niestetal und Kassel auf der Basis von Abfindungen trennen, um die Kosten zu verringern. Derzeit beschäftigt SMA noch 5528 Mitarbeiter, davon knapp 1400 im Ausland. Ende 2014 soll die Zahl der Beschäftigten in Deutschland auf 3700 sinken. Weltweit wird der Wechselrichter-Hersteller dann etwa 5000 Beschäftigte haben. Die Rückkehr in die Gewinnzone sollen auch neue Produkte ermöglichen. Zum Beispiel der „Sunny Boy Smart Energy“. Der Wechselrichter mit integrierter Batterie, der es Haushalten mit einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach ermöglicht, einen Teil des Sonnenstroms direkt selbst zu nutzen, soll 2014 auf den Markt gebracht werden.

SMA werde weiter in die Entwicklung investieren, kündigt Urbon an, „um so unsere Weltmarktführerschaft auszubauen und zur Profitabilität zurückzukehren“. Foto: dpa

Von Jörg Steinbach

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