Übergang am Tierheim soll Lastwagen Platz machen - Ortsbeiräte äußerten Kritik

Brücke vor dem Abriss

Ärgernis: Norbert Hornemann, Ortsvorsteher von Rothenditmold, zeigt die Brücke an der Schenkebier Stanne. Bald soll es sie nicht mehr geben. Foto: Dowe

Rothenditmold. Lange war sie einigen Anwohnern in Rothenditmold ein Ärgernis, jetzt soll die Brücke an der Schenkebier Stanne nahe des Tierheims Mau-Wau-Insel abgerissen werden. Das teilt Gunnar Polzin, Leiter des städtischen Straßenverkehrsamtes, auf Anfrage der HNA mit.

Anwohner an der Marburger Straße nahe des Mercedes-Geländes hatten sich bei Norbert Hornemann, Ortsvorsteher von Rothenditmold, wegen des starken Lärmpegels beschwert, der durch die abfahrenden Laster verursacht wurde. „Für die Leute war es besonders nachts unerträglich. Ich wollte zumindest versuchen, zu helfen“, erklärt Hornemann.

Die Lösung schien naheliegend - der Verkehr sollte durch das Nordtor umgeleitet werden. Doch da gab es ein Problem: Damit die Transporter durch das Nordtor abfahren können, muss die Brücke weichen - für Laster ist sie mit 3,80 Meter Höhe für eine ungehinderte Durchfahrt zu niedrig - vier Meter wären erforderlich. Daraufhin setzte sich der Ortsvorsteher bei der Stadt für den Abriss der Brücke ein. Mit Erfolg. Noch in diesem Jahr sollen die Abrissarbeiten beginnen.

Die Diskussion um den Brückenabriss hatte für Unmut bei den Ortsbeiräten von Jungfernkopf und Nordholland gesorgt, die befürchten, dass der Verkehr nun durch ihre Stadtteile rollt.

„Wir haben davon aus der Presse erfahren“, monierte Monika Sprafke, Ortsvorsteherin von Nordholland. Schlechte Kommunikation beklagte auch ihr Amtskollege Dr. Manuel Eichler in Jungfernkopf: „Es geht nicht um den Abriss als solchen, sondern darum, dass wir als Ortsbeiräte gar nicht an der Diskussion beteiligt wurden“, kritisierte der Ortsvorsteher.

Polzin versucht, zu beschwichtigen: Man werde alles tun, damit kein Verkehr vom Daimler-Werk durch Jungfernkopf fahren muss. Durch Wegweiser würden die Lastwagen des Daimler-Werks aus dem Nordtor in Rothenditmold in Richtung Holländische Straße gelenkt. Auch das Daimler-Werk habe wenig Interesse daran, Ärger mit den Anwohnern zu bekommen, betont Polzin.

Mehr Transparenz gefordert

Zurzeit würden alle Einzelheiten zum Brückenabriss mit der Deutschen Bahn und dem Daimler-Werk verhandelt. Wenn alles geklärt sei, würden auch die betroffenen Ortsbeiräte Rothenditmold, Jungfernkopf und Nordholland informiert. Von letzterem Beschluss dürften die betroffenen Ortsbeiräte kaum begeistert sein. Eichler: „Wir können überhaupt nicht abschätzen, was das kosten wird. Ich wünsche mir da mehr Transparenz.“

Von Kristin Dowe

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