Eigentumsverhältnisse des Bauwerks an der Schenkebier Stanne nicht geklärt

Brücke bleibt vorerst stehen

Rothenditmold / Jungfernkopf / Nord-Holland. Die stillgelegte Bahnbrücke an der Schenkebier Stanne nahe des Tierheims Wau-Mau-Insel soll vorerst nicht abgerissen werden. Dies teilte Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse in der Stadtverordnetenversammlung am Montag auf Nachfrage von SPD-Fraktionsmitglied Dr. Günther Schnell (Jungfernkopf) mit.

Die Ankündigung des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, die Brücke abzureißen, sei voreilig gewesen, räumte Lohse ein. Noch sei nicht geklärt, wer rechtmäßiger Eigentümer der Brücke sei – die Geschichte ihrer Eigentumsverhältnisse reiche zurück bis ins Jahr 1920. Dies sei der Hauptgrund für den Aufschub. Noch vor drei Wochen hatte Gunnar Polzin, Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes gesagt, dass der Brückenabriss geplant sei.

Kritik der Ortsbeiräte

Weil mit einem Wegfall der Brücke der Lieferverkehr für das Mercedes-Benz-Werk über das neben der Brücke liegende Nordtor abfahren könnte, befürchtete der Ortsbeirat Jungfernkopf, dass die Lkw dann teilweise durch die ruhige Wohngegend rollen könnten. Die Brücke steht auf der Stadtteilgrenze Rothenditmold/Nord-Holland. Nur wenige Meter weiter westlich beginnt der Jungfernkopf.

Dort sowie im Ortsbeirat Nord-Holland löste es Unmut aus, dass man nicht von der Stadt über das Vorhaben informiert wurde, das schließlich Auswirkungen auf den Stadtteil haben könnte. Die Kritik seitens der Ortsbeiräte, die sich zu wenig in die Diskussion eingebunden fühlten, wies Lohse zurück. „Wir nehmen die Positionen der Ortsbeiräte durchaus ernst“, sagte der parteilose, den Grünen nahestehende Dezernent.

Dr. Manuel Eichler, Ortsvorsteher des Stadtteils Jungfernkopf und SPD-Stadtverordneter, machte nach der Antwort des Stadtbaurats in der Stadtverordnetenversammlung seinem Ärger in einer Pressemitteilung Luft: „Wieso wird durch die Bauverwaltung eine Sau durch die Stadtteile Rothenditmold, Jungfernkopf und Nord-Holland getrieben und dem einen Stadtteil Verkehrsentlastung versprochen und anderen Belastungen in Aussicht gestellt, wenn praktisch gar nichts klar ist?“ Dem Ortsbeirat Jungfernkopf sei entgegen der Geschäftsordnung bislang keine Silbe an Information durch die Verwaltung zugegangen, stellt Eichler verärgert klar. 

Hintergrund der Überlegungen zum Brückenabriss war die Lärmbelastung der Rothenditmolder Anwohner am Haupttor des Mercedes-Benz-Werks durch die rund 180 Lkw täglich. Wenn der Lieferverkehr durch das Nordtor abfließen könnte, würde das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle sinken. Nach Angaben des Unternehmens werde noch geprüft, ob die Lkw künftig über das Tor an der Schenkebier Stanne abfahren sollen oder das bisherige System beibehalten wird. (rud/dow)

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