Zu marode: Brücke über die Ahna wird abgerissen

Bis auf weiteres nur für Fußgänger passierbar: Die Brücke über die Ahne im Verlauf der Gahrenbergstraße. Die begonnene Fahrbahnsanierung wird derzeit weiter oberhalb fortgesetzt, an Stelle der maroden Brücke soll nächstes Jahr ein Neubau kommen. Foto:  Koch

Kassel. Knapp zwei Monate nach Beginn der Bauarbeiten auf der Gahrenbergstraße im Stadtteil Philippinenhof-Warteberg hat sich herausgestellt, dass die Straßensanierung teurer wird als geplant: Die Brücke über die Ahna ist so marode, dass sie abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden muss.

Das bestätigte das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt auf Anfrage der HNA. Wie Straßenbau-Abteilungsleiter Uwe Bischoff sagte, sei die Brücke zwar im Vorfeld untersucht worden. Das ganze Außmaß der Schäden sei aber erst offenbar geworden, nachdem die oberen Fahrbahnschichten abgefräst waren: Im Lauf der Jahrzehnte sei so viel Streusalz in die Brückensubstanz eingedrungen, dass die eisernen Armierungen im Beton stellenweise völlig zerfressen seien - ein Schadensbild, „mit dem wir so nicht gerechnet hatten und auch nicht rechnen konnten“, sagte Bischoff. Externe Baufachleute, unter anderem von der Universität Kassel, hätten den Befund bestätigt.

Würde man die Fahrbahn im derzeitgen Brückenzustand sanieren, sei allenfalls mit einer Haltbarkeit von fünf bis zehn Jahren zu rechnen, bis die Bauarbeiter erneut anrücken könnten. Das sei nicht wirtschaftlich, so Bischoff, und deshalb müsse eine ganz neue Brücke her. Dafür werde nun kurzfristig eine Planung erarbeitet und die Finanzierung innerhalb des städtischen Haushalts sichergestellt.

Unterdessen läuft die Fahrbahnsanierung oberhalb des schadhaften Brückenbereichs weiter, die Brücke selbst kann auf einem abgetrennten gehwegbereich bis auf weiteres lediglich von Fußgängern passiert werden. Ursprünglich sollte das Teilstück der Gahrenbergstraße zwischen Bunsenstraße und Ahnabreite bis Ende dieses Jahres komplett fertig werden. Nun wird es nach Angaben der Stadt etwa ein Jahr länger dauern, bis Autofahrer wieder auf diesem Weg in das Wohngebiet gelangen können. Bis dahin müssen sie den Stadtteil einstweilen vom Philippinenhöfer Weg her ansteuern.

Das Straßenverkehrsamt hofft laut Abteilungsleiter Bischoff, dass Anfang kommenden Jahres mit dem Brückenneubau begonnen werden kann. Diese Arbeiten würden schätzungsweise sechs bis neun Monate dauern, sodass die Brücke und der Rest der Gahrenbergstraße im Idealfall gleichzeitig fertig würden. Im Lauf der Saison 2012 soll in Teilabschnitten auch der obere Straßenverlauf bis zur Caldener Straße hergerichtet werden.

Die Gahrenbergstraße wird im Zuge der Sanierung auf sechs Meter Fahrbahnbreite ausgebaut und erhält auch eine neue Straßenbeleuchtungsanlage. Dafür hat die Stadt bisher mit Kosten von 1,15 Millionen Euro kalkuliert - was die neue Brücke zusätzlich kosten wird, weiß noch niemand. (asz)

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