Umbau des Bahnübergangs Schenkebier Stanne: Im April wird Brücke eingeschoben

Brücke wächst vor Damm

Bahndamm wird von Holzverbau gehalten: Hier wird die Brücke unter den Gleisen im April eingeschoben. Ende des Jahres soll dann der Autoverkehr unter der Bahnstrecke durchgeführt werden - und der beschrankte Bahnübergang (links oben) hat ausgedient. Fotos: Koch

Kassel. Die Böschung ist abgetragen, der Bahndamm ist schmal geworden und zwischen eine Holzverkleidung eingepresst. An der Baustelle Schenkebier Stanne am Jungfernkopf kann man sich mit ein wenig Fantasie schon ausmalen, wie es aussehen wird, wenn der Verkehr unter den Gleisen durchgeführt wird. Ende des Jahres soll der beschrankte Bahnübergang ein Stück oberhalb der Baustelle endgültig ausgedient haben.

Dort, wo der Damm derzeit durch die Baugrubenwand aus Holz gehalten wird, soll die neue Unterführung entstehen. Vor einigen Tagen ist mit dem Bau der Brücke begonnen worden, die dort im Frühjahr in einer spektakulären Aktion unter die Gleise geschoben wird.

Knapp 14 Meter lang und 15,50 Meter breit wird das Bauwerk, unter dem künftig der Verkehr ungehindert von den Zügen und Regiotrams fließen kann. Im Schutz der Brücke werden Bushaltestellen eingerichtet, die über neue Treppenzugänge mit dem Regiotram-Haltepunkt Jungfernkopf verbunden werden. Dadurch sollen die Fahrgäste zügig vom Bus in die Regiotram umsteigen können.

Bis Ende März muss das Brückenbauwerk aus Stahlbeton, das direkt vor dem Damm in die Höhe wachsen wird, fertig sein, sagt Andreas Brill, Polier der Firma Beck Bau. „Wenn wir keinen heftigen Wintereinbruch mehr kriegen, schaffen wir das“, sagt Brill. Bisher laufe alles planmäßig.

Würde das Bauwerk bis zum 1. April nicht fertig, wäre das allerdings auch ein Problem. Denn vom 1. bis 3. April ist eine Streckensperrung bei der Bahn beantragt - was immer weit im Voraus angemeldet werden muss. In den drei Tagen muss das Bauwerk unter die Gleise in den Damm eingeschoben werden.

Dafür wird zunächst der Damm von oben ausgebaggert, sodass ein Hohlraum für die Unterführung entsteht, erklärt Projektmanager Thiemo Glomb. Während der ersten Sperrpause im Juli waren bereits Stützwände längs der geplanten Unterführung in den Damm eingebaut worden.

Eine Hydraulikpresse wird das Bauwerk in den Damm schieben. Einen Meter pro Stunde wird die Brücke dabei in den Damm vordringen, bis sie nach etwa 14 Stunden an ihrem Platz stehen wird.

Ebenfalls im April - und damit später als zunächst geplant - wird mit dem Bau der sieben Meter hohen Fußgängerbrücke am Kiefernweg begonnen. Grund für die Verschiebung sei, dass man mögliche Mehrkosten durch den Bau im Winter vermeiden wollte, sagt Glomb.

Ende des Jahres sollen dann Verkehrsunterführung und Fußgängerüberführung zeitgleich in Betrieb genommen werden. Der beschrankte Bahnübergang wird dann ein für alle Mal geschlossen.

Von Katja Rudolph

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