Schenkebier Stanne: Brücke wandert unter Gleise

Stahlbeton-Bauwerk fast fertig: Die Brückenkonstruktion wird Anfang April unter die Gleise geschoben. Ende des Jahres soll der Verkehr unter der Strecke durchgeführt werden, der beschrankte Bahnübergang Schenkebier Stanne hat dann ausgedient. Fotos: Koch

Jungfernkopf. Innerhalb von zwei Monaten ist eine massive Brücke aus Stahlbeton vor dem Bahndamm an der Schenkebier Stanne in die Höhe gewachsen. Das Bauwerk, das stolze 1000 Tonnen wiegt, soll in drei Wochen 14 Meter wandern.

Von zwei kleinen Hydraulikpressen wird der Koloss dann in seine endgültige Position geschoben. Unter dem Brückenbauwerk und damit unter den Gleisen hindurch wird künftig der Autoverkehr geleitet.

Bis der oberhalb der Baustelle gelegene beschrankte Bahnübergang Schenkebier Stanne außer Betrieb genommen wird und damit ein lang gehegter Wunsch am Jungfernkopf in Erfüllung geht, wird es allerdings noch bis zum Jahresende dauern.

Im Sommer werden die sogenannten Flügel an den Seiten der in den Bahndamm geschobenen Brücke eingebaut. Diese dienen auch zur Stabilisierung des Damms, erklärt Thiemo Glomb vom Kasseler Ingenieurbüro infra-net GmbH, der das Fünf-Millionen-Projekt von Bahn, Bund und Stadt begleitet.

Thiemo Glomb

Für die Bauarbeiten wird laut Glomb während der Schulferien die Regiotram-Station am Jungfernkopf verkürzt, sodass dort nur noch Doppel-Wagen halten können – was innerhalb der Ferien kein Problem sei, weil dann ohnehin keine Bahnen mit drei Zugteilen auf der Strecke unterwegs seien.

Keine Schwierigkeiten gibt es auch mit dem Zeitplan. Weil für den Einschub des Brückenbauwerks vom 1. bis 3. April schon weit im Voraus eine Streckensperrung bei der Deutschen Bahn beantragt werden musste, kam eine Verzögerung beim Brückenbau auch nicht infrage.

In der Kälteperiode Anfang Februar habe man bei minus zehn Grad betoniert, berichtet Polier Andreas Brill von der Firma Beck Bau (Eschwege). Das Material musste dabei zum Teil per Heizung gewärmt werden. „Es gab keine Alternative, die Sperrpause dürfen wir schließlich nicht verpassen.“

Wenn der spektakuläre Einschub der Brücke geschafft ist, wird nach Ostern mit dem Bau des Überwegs für Fußgänger und Radfahrer am Kiefernweg begonnen. Die kleine Brücke soll ebenfalls zum Jahresende fertig sein, wenn am bestehenden Bahnübergang zum letzten Mal die Schranken fallen.

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