Brücke aus Booten: Wassersportler wollen für Erhalt der Schleuse kämpfen 

Gefährdet: Kassels Wassersportler machen sich für den Erhalt der Schleuse stark. Foto: Schachtschneider / Charterflug-Kassel, Knabe

Kassel. Kassels Wassersportler kämpfen weiter um den Erhalt der Schleuse und der Fulda als schiffbare Wasserstraße: Am Samstag, 15. September, wird eine Demonstration auf dem Wasser stattfinden, wie es sie noch nie auf der Fulda gab: Mit Booten soll eine schwimmende Brücke von Ufer zu Ufer entstehen.

Der Brückenschlag soll flussabwärts Richtung Hann. Münden, im Bereich der „Grauen Katze“, stattfinden. Nachdem schon im Juni eine erste Demonstration mit rund 100 Schiffen und Booten im Bereich der Kasseler Regattastrecke stattfand, wollen die Wassersportler nun zeigen, dass nicht nur Kassel von einer möglichen Schleusenschließung betroffen wäre. Darum findet die Demonstration auf der Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen bei Spiekershausen statt.

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Beantragt hatte die Demonstration der Zweckverband Kasseler Sportschifffahrt (ZKS), jetzt wurde sie genehmigt. Erwartet werden diesmal sogar über 100 Boote - auch Ruderer und Kanuten haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. ZKS-Sprecher Jan Hörmann hofft, dass auch die Bevölkerung am Ufer die Demonstranten unterstützt. Vor allem die Einwohner von Spiekershausen bittet Hörmann um Verständnis, wenn es am 15. September zeitweise auch laut werden könnte auf dem Fluss.

Den ganzen Tag über werden Boote von Kassel aus Richtung Graue Katze fahren. Der Brückenschlag soll dann um 15 Uhr erfolgen. Nur Wind und Wetter können dies verhindern - demonstriert wird aber auf dem Wasser auch, wenn das Wetter schlecht sein sollte.

Denn: Nicht nur für die Wassersportler ist die „Fulda unser Leben“, wie das Motto lautet. Die Schleuse soll unbedingt gerettet werden. Sie könnte bereits 2016 geschlossen werden, da das 100 Jahre alte Bauwerk marode ist. Eine Schließung hätte aber fatale Folgen: Da kein Baggerschiff mehr durch die Schleuse käme, würde die Fulda nach und nach verlanden.

Bootscorso: So protestierten die Freunde der Kasseler Schleuse bereits im Juni.

Der Einbau einer neuen automatischen, kleinen Schleusenkammer soll sechs Millionen Euro kosten. Ob der Eigentümer, der Bund, das Geld zur Verfügung stellt, steht in den Sternen. Bei einer Neuordnung der Wasserstraßen wurde die Fulda wie die Oberweser zu einer „sonstigen Wasserstraße“ herabgestuft. Auf der Oberweser findet noch Frachtverkehr statt, auf der Fulda nicht - die Schleusen von Hann. Münden bis nach Kassel sind für Frachtschiffe zu klein.

Die Frage ist, ob dem Bundesverkehrsministerium die touristische Nutzung der Fulda, die Freizeitschifffahrt und der Schulsport ausreichen, um Geld für die Schleuse zur Verfügung zu stellen. Entschieden ist bisher noch nichts.

Von Frank Thonicke

Video aus dem Archiv: So funktioniert die Schleuse

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