Aschenbrenners führen einen vor 80 Jahren gegründeten Kfz-Betrieb

Kfz-Betrieb in dritter Generation: Die drei Brüder von der Tankstelle

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Axel, Vater Dieter, Frank und Jörg Aschenbrenner beim Frühstück: Die Familie hält zusammen und das seit Bestehen des alteingesessenen Familienunternehmens in Harleshausen.

Harleshausen. Das ist eine Firmengeschichte, die ihresgleichen sucht: In dritter Generation wird der vom Großvater Wilhelm Aschenbrenner vor 80 Jahren an der Wolfhager Straße 400 gegründete Kfz-Betrieb von der Großfamilie weitergeführt.

Wilhelm Aschenbrenner war Taxiunternehmer – damals „Mietwagenchauffeur“. Seit seiner Unternehmensgründung sind 80 Jahre vergangen.

Die drei Enkelsöhne und zum Großteil deren Ehepartner sind in die Fußstapfen ihrer Eltern, Agnes und Dieter Aschenbrenner getreten, und schmeißen den Laden heute gemeinsam. Sie sind zu gleichen Teilen Inhaber der Shell-Tankstelle Aschenbrenner Kfz-Reparaturen GmbH und arbeiten hier Hand in Hand. Die Firma war in den 1950er-Jahren in die neu gebauten Räumlichkeiten an die Harleshäuser Straße 99 gezogen. 1997 wurden Werkstatt und Tankstelle umgebaut.

So fing vor 80 Jahren alles an: Der „Mietwagenchauffeur“ Wilhelm Aschenbrenner - hier mit Ehefrau Elly vor seinem Horch, einem der wenigen Autos in Harleshausen – gründete einen Kfz-Betrieb, den heute die Enkel weiterführen.

Verkaufsshop und Werkstatt mit vier Hebebühnen entsprechen modernsten Anforderungen. Neueste Errungenschaft ist eine aus Japan importierte Waschstraße, die „einmalig in Europa“ sein soll. Das Besondere am Betrieb Aschenbrenner: Er funktioniert gut und reibungslos. „Die Kunden fragen uns oft, wie wir Brüder das hinkriegen“, sagt Jörg. „Ganz einfach“, erklärt Frank: „Abends besprechen wir, was für den nächsten Tag ansteht, fertig.“ Und es gibt keinen Streit? „Nöö“, kommt es von den Brüdern. „Manchmal geht es laut zu, dann ist es wieder gut“, sagt Frank.

Jeder habe sein Spezialgebiet: Axel macht die Elektrik, Jörg die Karosserie. Die Brüder Axel (50), Frank (51) und Jörg (49) sitzen am Frühstückstisch, den Vater Dieter (79) mit einer Brotzeit gedeckt hat. Sein Part bestehe darin zu kochen, Frühstück zu bereiten, sauber zu machen, erklärt der Senior. Ansonsten mische er sich nicht ein. Er habe den Betrieb vor 15 Jahren abgegeben und „sofort losgelassen“. „Ich habe genug gearbeitet, oft täglich von 7 bis 22 Uhr.“

Weil er sich heute um seine an Demenz erkrankte Frau kümmert, ist sein Tag nach wie vor ausgefüllt. „Wir haben vor 56 Jahren geheiratet. Sie war immer an meiner Seite. Jetzt bin ich für sie da“, sagt er und streichelt seiner Frau Agnes die Hand. Die Frauen sind auch bei der dritten Generation mit im Boot. Schwester Birgit (55) sitzt an der Kasse, Axels Frau Daniela leitet den Shop und dort arbeitet auch Jörgs Frau Bianca.

Haben sich schon immer gut verstanden: Jörg, Frank und Axel Aschenbrenner (von links) um 1970 beim Spielen.

Für die Brüder sei es selbstverständlich gewesen, Kfz-Meister zu werden. Die Kinder haben sich stets mit dem elterlichen Betrieb identifiziert und mitgeholfen, sagt Vater Dieter. Da kletterten die Söhne schon mal auf die Leiter, als auf der Anzeigetafel der Benzinpreis noch mit der Hand verändert werden musste. Er habe niemanden gedrängt, seine Nachfolge anzutreten, sagt der Senior. Zu seiner Zeit sei das anders gewesen.

Sein Vater habe ihm und den Brüdern Otto und Wilhelm keine Wahl gelassen. Dass nun eines seiner fünf Enkelkinder dereinst den Betrieb übernimmt, sieht Dieter Aschenbrenner nicht. „Ich glaube, das ist vorbei“, sagt er ohne Larmoyanz. „Die haben zum Teil ganz andere Wege eingeschlagen.“ Obwohl: Wer weiß? Einige gehen ja noch zur Schule.

Von Christina Hein

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