Kein Strom für Rennen

Strom für Zeitmessung fehlt: Verein kann keine Wettkämpfe mehr ausrichten

Hier fehlt die Stromversorgung: Peter Grunwald, Vorsitzender der Turngemeinde Wehlheiden (TGW), steht auf der Höhe der Ziellinie auf der Buchenau-Kampfbahn. Eine elektronische Zeitmessung sei hier nicht möglich. Fotos:  Koch

Wehlheiden. Die Turngemeinde Wehlheiden (TGW) kann keine Leichtathletik-Wettkämpfe mehr auf der Buchenau-Kampfbahn ausrichten. Dabei ist die Sportstätte, die nach dem früheren Stadtrat und Sportler Wilhelm Buchenau benannt worden ist, erst im Jahr 2009/2010 von der Stadt generalsaniert worden.

Sie wurde zu einer Leichtathletikanlage des Typs B ausgebaut, was eine Meisterschaftsebene für die Leichtathletik bis hin zu den Hessischen Meisterschaften zulasse, sagt Peter Grunwald, Vorsitzender der TGW. Aber nur in der Theorie.

In der Praxis könne man dort nicht einmal mehr Laufwettbewerbe auf Kreisebene ausrichten. Grund: Die internationalen Wettkampfregeln und die Deutsche Leichtathletikordnung schreiben für bestenlistenfähige Leistungen eine elektronische Zeitmessung im Ziel vor. Auf der Buchenau-Kampfbahn fehle aber die passende Stromversorgung.

Die TGW fordert daher, in Höhe der Ziellinie einen verschließbaren Stromkasten mit Steckdosen und eine Anbindung an das Vereinsgebäude zu errichten. Die Kanäle zur Durchleitung des Kabels seien bereits vorhanden, sagt Grunwald. Zudem fordert der Verein, dass die Stadt auf dem Gelände eine stabile Hütte baut, in der Geräte untergebracht werden können. Derzeit würden Hürden unter einer Plane vor sich hin gammeln, sagt Grunwald. Die Vereinsmitglieder seien auch bereit, bei der Hütte Eigenleistungen einzubringen. Stromkasten und Hütte würden rund 20 000 Euro kosten.

Ausgaben, für die derzeit keine Haushaltsmittel veranschlagt worden seien, sagt Stefan Stiebing, Sprecher der Stadt. Davon abgesehen sei beim Um- und Ausbau der Anlage keine elektronische Zeitmessanlage vorgesehen worden. „Der Ausbau der Anlage war überwiegend als Trainingsstätte angedacht und sollte damit zur Entlastung des nahe liegenden Auestadions dienen“, sagt Stiebing. Dieses stehe ja für Wettkämpfe mit elektronischer Zeitmessung zur Verfügung.

Diese Argumentation kann TGW-Chef Grunwald nicht nachvollziehen. Wenn man eine Anlage so saniere, dass sie eigentlich wettkampffähig sei, dann wolle man dort auch Wettkämpfe ausrichten. Die TGW habe durch den Wegfall der Wettkämpfe auch finanzielle Einbußen (Startgelder und Verkauf) sowie einen Imageverlust hinzunehmen.

Früher habe man sich eine mobile Zeitmessanlage gemietet. Um diese aber überhaupt betreiben zu können, sei nur die Möglichkeit einer Aneinanderreihung von Kabeltrommeln geblieben. Das sei aber nicht empfehlenswert, sagt Grunwald, weil die empfindlichen Anlagen durch Überspannungsschäden oder Kurzschlüsse beschädigt werden könnten. Dieses Risiko einer Inhaftungnahme könne die TGW künftig nicht mehr eingehen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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