App für Medienempfehlungen

Buchtipps unter Freunden: Kasseler Studenten entwickeln Handy-App

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Und was liest du so? Die Kasseler Manuel Jäger (von links), Daniel Becker und Alexander Kohout basteln an einer Applikation für Smartphone und Tablet-Computer, auf der sich Bücher- und Filmfans persönliche Empfehlungen geben können.

Kassel. Leseratten, Film- und Musikfans sind immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen. Kasseler Studenten basteln an einer Applikation für Smartphone und Tablet-Computer, auf der sich Bücher- und Filmfans persönliche Empfehlungen geben können.

Hinweis: Anders als in der Printausgabe berichtet, wird die App am Freitag/Samstag. 4. / 5. Oktober vorgestellt.

Wer sich nicht nur auf Bestseller-Listen verlassen will, vertraut häufig auf die Tipps von Freunden und Bekannten. Ein studentisches Gründerteam der Uni Kassel ist jetzt angetreten, in einer Handy-App solche persönlichen Empfehlungen jederzeit verfügbar zu machen. „Früher habe ich mich immer beim Fußballtraining umgehört, welche Bücher und Filme meinen Teamkollegen zuletzt gut gefallen haben“, sagt Manuel Jäger, der an der Uni Kassel Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat. Aus der Erfahrung, dass persönliche Tipps oft die besten Empfehlungen sind, machte der 28-Jährige eine Geschäftsidee. Mit seinen Kollegen Alexander Kohout, Daniel Becker und Michel Helms, allesamt Informatiker, tüftelt er seit einem Dreivierteljahr an der Idee und technischen Umsetzung.

Anders als bei Online-Händlern wie Amazon oder iTunes, die für ihre Kunden automatische Empfehlungen erstellen, setzen die Kasseler Jungunternehmer auf persönliche Empfehlungen von Gleichgesinnten. „Medienkonsum ist etwas sehr Individuelles“, sagt Manuel Jäger. „Die Leute wollen keine allgemeinen Empfehlungen von einer Maschine, sondern von Menschen, die sie schätzen und denen sie vertrauen.“

Die Nutzer der bislang namenlosen App können sich wie in einem sozialen Netzwerk miteinander verbinden und so verfolgen, welche Medien ihre Freunde konsumieren und wie sie das Buch, die DVD oder die CD benoten.

Neben öffentlichen Bewertungen (über ein System von null bis fünf Sternen) kann man auch private Empfehlungen an Einzelne versenden. „Wenn eine Lehrerin den Erotik-Beststeller ,Shades of Grey‘ gelesen hat, ist ihr es vielleicht lieber, wenn das nicht jeder sehen kann, vor allem nicht ihre Schüler“, sagt Jäger. Auf den Schutz der Privatsphäre lege man bei der App viel Wert. Wer möchte, kann eine Art digitales Bücher- und CD-Regal anlegen. Ziel ist dabei auch, dass Nutzer mit ähnlichem Bücher- oder Musikgeschmack sich finden und so gezielt nach Tipps suchen können.

Am Freitag und Samstag, 4. / 5. Oktober, stellen die Jungunternehmer im Thalia-Buchladen an der Oberen Königsstraße einen Prototyp ihrer App vor. Dabei wollen sie Rückmeldungen von möglichst vielen Testnutzern bekommen, um ihre Entwicklung noch weiter zu verbessern. Ende des Jahres soll die App auf den Markt kommen. Die vier Kasseler haben sich ein hohes Ziel gesetzt. Sie wollen die Nr. 1 unter den Apps weltweit werden, was das Entdecken neuer Medien angeht. (rud)

Mehr Infos unter www.brightsnowman.com

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