Stadt will Dirt-Bike-Strecke an Hessenschanze abbauen und sucht neuen Standort

Die Buckelpiste kommt weg

Waldboden braucht Erholung: Die Stadt muss die Biker-Strecke unterhalb der Hessenschanze wieder abbauen. Archivfoto: Herzog

kirchditmold. Die Buckelpiste, die jugendliche Sportradfahrer über Jahre hinweg im Landschaftsschutzgebiet Habichtswald unterhalb der Hessenschanze angelegt haben, muss wieder abgebaut werden. Das hat die Untere Naturschutzbehörde jetzt bestimmt. Die Fachbehörde, die zur Stadt Kassel gehört, lehnte einen Antrag des ebenfalls städtischen Jugendamtes ab.

Hintergrund des Antrags ist, dass die Buckelpiste im Habichtswald nachträglich legalisiert werden sollte. Dazu hatte das Jugendamt für den Magistrat mit dem Eigentümer Hessen-Forst einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag abgeschlossen, der bis Ende Juni befristet ist.

Die Untere Naturschutzbehörde kam nun ins Spiel, weil sie die zuständige Stelle für Belange des Naturschutzes im Bereich der Stadt ist. Im Frühjahr hatte Hessen-Forst zum Antrag des Jugendamtes eine fachliche Stellungnahme abgegeben. Darin spricht sich die Landesbehörde gegen eine dauerhafte Nutzung der Strecke aus. Hessen-Forst wollte den Vertrag nicht verlängern.

Bis zum 31. Juli muss die Stadt die Dirt-Bike-Strecke nun auf ihre Kosten zurückbauen lassen. Die Kosten dafür schätzte Jugendamtschefin Judith Osterbrink auf maximal 500 Euro. Der Waldboden sei beschädigt und müsse aufgelockert werden, sagte Dieter Schorbach, Bereichsleiter bei Hessen-Forst. Bäume und Sträucher würden sich langsam regenerieren. Die Stadt hat die Buckelpiste inzwischen mit rot-weißen Bändern abgesperrt.

Seit Monaten ungenutzt

Die Biker-Bahn sei in einem schlechten Zustand und werde schon seit einigen Monaten nicht mehr genutzt, sagte Osterbrink. An einem Wiederaufbau seien die Jugendlichen nicht interessiert. Ihnen gehe es um eine langfristige Lösung. Nun suche das Jugendamt in enger Absprache mit den Jugendlichen nach neuen, legalen Standorten. „Die Bereitschaft, eine legale Strecke zu errichten und zu pflegen, ist sehr groß“, sagte Osterbrink.

Gesucht werde zusammen mit anderen städtischen Ämtern nach einer Fläche auf städtischem Gebiet. Sobald es konkrete Vorschläge für eine neue Biker-Strecke gebe, werde man darüber rechtzeitig in den jeweils zuständigen Ortsbeiräten berichten, sagte Osterbrink.

Von Sabine Oschmann

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