In Kassel findet mehrtägiger Meditationskurs mit 1800 Teilnehmern und Buddhismus-Lehrer Nydahl statt

Buddhisten zelten in Messehalle

Beim Aufbau in den Messehallen: (von links) Christian Friederich (Buddhistisches Zentrum Kassel), Pressesprecherin Carola Berger und Jürgen Krüger (Messe Kassel) klären Details ab. Fotos: Zgoll

Kassel. Dort, wo am vergangenen Wochenende noch ein internationales Publikum über Rohre und Kanalbau fachsimpelte, werden bis Ostermontag bis zu 1800 Menschen meditieren: In den Kasseler Messehallen treffen sich zum ersten Mal Buddhisten aus ganz Deutschland, Europa, aber auch aus den USA und Australien - auf der Suche nach Erleuchtung.

Seit Montag sind vier Hallen mit einer Fläche von 14 000 Quadratmetern dafür umgebaut worden. Allein 3000 Quadratmeter Teppich wurden ausgerollt, damit alle Teilnehmer gemeinsam den Vorträgen lauschen und meditieren können, sagt Christian Friederich, Mitglied im Buddhistischen Zentrum Kassel. Das Kasseler Zentrum ist einer der Hauptorganisatoren des sechstägigen Meditationskurses mit Lama Ole Nydahl, einem bekannten westlichen Lehrer des Buddhismus.

150 Buddhisten waren seit Montag damit beschäftigt, die kahlen Hallen umzugestalten: Neben dem Vortrags- und Meditationsraum, in dem auch ein großes Rollbild (Thangka) mit Buddha-Figuren angebracht wurde, haben sie einen Indoor-Campingplatz, mobile Duschkabinen, eine Cafeteria, Essensausgabe und Kinderbetreuung aufgebaut.

Für Jürgen Krüger, Objektmanagement bei den Kasseler Messehallen, ist das eine ganz neue Erfahrung gewesen. Normalerweise arbeitet er immer mit professionellen Messebauern zusammen und nicht mit ehrenamtlichen Helfern. Das bedeute aber nicht, dass der Aufbau nicht reibungslos über die Bühne gegangen wäre.

Freundlich

Im Gegenteil. Krüger schwärmt von den höflichen Umgangsformen, der Freundlichkeit und Gelassenheit der Buddhisten. „Das kenne ich sonst so nicht, wenn Messen aufgebaut werden.“ Zudem seien die Ehrenamtlichen allesamt sehr kompetent.

Unter den buddhistischen Helfern seien alle Berufsgruppen vertreten, sagt Carola Berger, Pressereferentin des Meditationskurses: Ärzte, Feuerwehrleute, Fliesenleger, Messebauer, Altenpfleger und Architekten, ein Querschnitt der Gesellschaft sozusagen.

Den Meditationskurs in Kassel könnten die Teilnehmer quasi auf Socken erleben, sagt Berger. Da in den Messehallen alles Notwendige vorhanden sei, müsse niemand die Örtlichkeit verlassen, wenn er nicht wolle, sagt Berger.

Buddhisten, die keine Möglichkeit haben, den Kurs in Kassel zu besuchen, können ihn via Internetstreaming verfolgen. Es sei möglich, vor einem Bildschirm zu meditieren, sagt Berger (31), die vor zehn Jahren den Buddhismus für sich entdeckt hat. Das Meditieren gehöre mittlerweile zu ihrem Alltag wie das Zähneputzen. Manchmal habe sie dafür fünf Minuten, manchmal eine Stunde Zeit am Tag. Ansonsten gingen die teilnehmenden Buddhisten alle ganz normalen Berufen nach.

Interessierte können an Vorträgen mit Lama Ole Nydahl, Do. bis So., jeweils 15 Uhr, und Fr., 20 Uhr, teilnehmen. Der Eintritt beträgt 16 Euro, 20 Euro (mit Essen). Das Programm finden Sie unter http://deutschlandkurs.diamantweg.de

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.