In Kassel wird am Donnerstag neue Genossenschaft gegründet

Bürger investieren in die Energiewende

Kassel. Bürger aus der Region nehmen jetzt die Energiewende selbst in die Hand: Am Donnerstag, 21. März, wird Kassels erste Energie-Genossenschaft gegründet. 120 künftige Genossen haben bereits Einlagen von über einer Million Euro angekündigt.

„Wir erwarten Millionenbeträge“, sagt Wolf Diethart Breidenbach, der die Gründung zusammen mit weiteren Aktiven seit Monaten vorbereitet. Der Umstieg von der Atomtechnologie und von Kraftwerken, die mit Kohle, Gas oder Öl betrieben werden, auf die Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Wasserkraft soll in der Region vorangetrieben werden. „Es gibt genug Leute, die bereit sind, sich dafür zu engagieren, und es steht Kapital bereit“, ist Breidenbach überzeugt.

Die Genossenschaft wird sich mit dem eingezahlten Geld an den beiden geplanten Windparks der Kasseler Stadtwerke in Söhrewald und Niestetal sowie an der Solaranlage auf dem neuen SMA-Gebäude in Bettenhausen beteiligen. Später könnten je nach Kapitalausstattung auch eigene Windräder errichtet oder gekauft werden. „Wir wollen mit den Stadtwerken eng zusammenarbeiten, aber nicht ausschließlich“, erklärt Breidenbach. So sei auch die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden denkbar.

Bei den Investitionen wird es in erster Linie um Windkraft gehen. Mithilfe von Windkraftanlagen kann sich die Region laut einer Studie des Kasseler Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik künftig rechnerisch selbst mit Energie versorgen.

Wer Mitglied werden will, muss mindestens einen Geschäftsanteil von 250 Euro einzahlen, dazu kommt Eintrittsgeld von 12,50 Euro pro Anteil, mit dem die Anlaufkosten der Gründung finanziert werden, um dafür nicht die Kapitaleinlagen nutzen zu müssen. Die höchstmögliche Beteiligung pro Mitglied beträgt 400 Geschäftsanteile, also 100 000 Euro. ZUM TAGE, SEITE 2

Von Jörg Steinbach

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