Stadt und Landkreis nehmen am Modellprojekt des Bundes teil

Bürgerarbeit für 200 Langzeitarbeitslose

Kassel. Stadt und Landkreis Kassel sind vom Bundesarbeitsministerium als zwei von 197 Modellregionen für die so genannte Bürgerarbeit ausgewählt worden. Mit gemeinnütziger Arbeit wie Parks und Straßen säubern sollen Langzeitarbeitslose eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung finden und dadurch für einen regulären Job qualifiziert werden.

Detlev Ruchhöft, Geschäftsführer der Arbeitsförderung Kassel (AFK), geht davon aus, dass in der Stadt ab kommenden Jahr rund 100 Bürgerarbeitsplätze zur Verfügung stehen. Im Landkreis wird nach Angaben von Uwe Kemper, Geschäftsführer der Arbeitsförderung, mit ebenfalls 100 Plätzen gerechnet.

Die Arbeitsgemeinschaften von Stadt und Kreis haben jetzt sechs Monate Zeit, das Projekt vorzubereiten. „Unsere Zielgruppe sind Langzeitarbeitslose, die aufgrund von gesundheitlichen oder persönlichen Problemen derzeit keine Chance haben, in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt zu werden“, sagt Ruchhöft. Im Landkreis sollen Hartz-IV-Empfänger angesprochen werden, die mindestens 17 Monate arbeitslos sind und in einer Bedarfsgemeinschaft mit mindestens drei Personen leben.

Die Ausgewählten sollen in einer Aktivierungsphase für künftige Aufgaben trainiert werden. Ruchhöft legt Wert darauf, dass die Teilnahme an dem Projekt auf Freiwilligkeit basiert. Kein Arbeitgeber wolle jemanden beschäftigen, der ihm zwangsweise zugewiesen werde. Welche Langzeitarbeitslose einen der Bürgerarbeitsplätze bekommen, das entscheiden letztlich die Arbeitgeber, die sich an dem Projekt beteiligen. Alle Bürgerarbeiter müssen nach Tarif bezahlt werden. Die Bundesregierung bezuschusst einen Bürgerarbeitsplatz pro Monat aber nur mit 1080 Euro. Pro Platz werden allerdings etwa 1600 Euro benötigt. Den Rest müssen Stadt und Landkreis tragen: Das sind jeweils 700 000 Euro pro Jahr.   Nächste seite,  Zum tage

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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