Bürgerbegehren Langes Feld: Unterschriftensammler kommen an die Haustüren

Um dieses Gelände geht es: Das Lange Feld bei Niederzwehren am Schnittpunkt der Autobahnen 44 und 49 soll nach dem Willen einer stadtpolitischen Mehrheit als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Archivfoto:  Koch

Kassel. Ab nächster Woche soll das Bürgerbegehren zum Langen Feld richtig in Schwung kommen: Die Initiatoren einer Einwohner-Abstimmung pro oder kontra Gewerbebebauung des Areals bei Niederzwehren bereiten derzeit 200 Plakate vor, die sie an 70 Stellen im Stadtgebiet aufstellen wollen.

Weiterhin würden gerade Informationsbroschüren gedruckt, sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Flügge von den Kasseler Grünen, die die Unterschriftensammlung organisatorisch unterstützen: „Wenn wir nach Ferienende an die Kasseler Haustüren gehen, dann sollen die Leute wissen, weswegen wir kommen.“

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Von den Hausbesuchen versprechen sich die Gewerbegebiets-Kritiker deutlichen Rückenwind auf dem Weg zum angestrebten Bürgerentscheid. Im Parteibüro der Grünen liegen dafür bislang 1500 Unterschriften vor, die meist an Infoständen gesammelt worden sind. Flügge weist darauf hin, dass darüber hinaus aber noch zahlreiche ausgefüllte Namenslisten in Umlauf seien. So werde auch in mehreren Dutzend Geschäften und an sonstigen Orten mit Publikumsverkehr gesammelt. Und eine Sammelaktion der Bürgerinitiative (BI) Langes Feld während der Niederzwehrener Bratwurstkirmes sei angesichts der örtlichen Betroffenheit „richtig gut gelaufen“, wie Flügge mitgeteilt bekommen habe. Wie hoch der Autogramm-Ertrag dort im einzelnen war, konnte man bei der BI auf HNA-Anfrage nicht beantworten. Derzeit seien Verantwortliche in Urlaub, hieß es.

Fotos: Das ist das Lange Feld

Gewerbegebiet oder nicht? - Das ist das Lange Feld

„Jede Zahl, die man im Moment in Umlauf bringt, wäre nicht vollständig“, sagte Thomas Flügge. An den Info-Ständen habe es eine unerwartet positive Resonanz für das Ansinnen gegeben, und wenn sich dies bei der Haustürsammlung fortsetze, gebe es für die Initiatoren Anlass zu Optimismus. Allerdings seien die knapp 15 000 Unterschriften, die derzeit zum Erreichen eines Entscheides zusammenkommen müssten, „eine hohe Hürde“, räumte Flügge ein.

Weitere Infos finden Sie im RegioWiki.

Nach wie vor hoffen die Betreiber des Bürgerbegehrens auf eine kurzfristige Neufassung der Regeln in der Hessischen Gemeindeordnung, worüber derzeit in Wiesbaden beraten wird. Nach den Vorstellungen von CDU, FDP, SPD und Grünen im Landtag könnten in Städten der Größe Kassels künftig 4350 Unterstützer zur Herbeiführung eines Bürgerentscheides ausreichen. Flügge machte deutlich, dass die Listen eingereicht würden, sobald nach jeweils aktueller Rechtslage die nötige Unterschriftenzahl zusammengekommen sei – möglicherweise, aber nicht zwingend noch in diesem Jahr.

Diese Entscheidung obliege nicht den Grünen, sondern insgesamt dem Bündnis aus BI, Umweltverbänden und mehreren Parteien, sagte Flügge. Was die Grünen in ihrer Kooperationsvereinbarung mit der SPD festgelegt haben – nämlich das Aussetzen der Bebauungsplanung bis Ablauf dieses Jahres, um Zeit für ein Bürgerbegehren zu geben – gelte lediglich „fürs parlamentarische Geschäft“ zwischen diesen Partnern.

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