Mähen von Schlingpflanzen hat zu Algenwachstum geführt

Badeverbot wegen Blaualgen: Buga ohne Badespaß

Baden trotz Verbots: Noch nicht allen Besuchern der Buga waren gestern die Warnschilder aufgefallen.

Kassel. Mit Bedauern reagierten am Dienstag die Besucher des Buga-Geländes auf das von der Stadt ausgesprochene Badeverbot in dem See.

„Das ist sehr schade. Wir haben am Montag hier sehr schön gebadet“, sagen Anne und Laura Benecke aus Bielefeld, die auf ihrer Reise nach Süddeutschland einen Zwischenstopp in Kassel eingelegt haben.

Bereits am Montagabend hatten die beiden Frauen mitbekommen, dass die Stadt Kassel ein Badeverbot aufgrund des starken Blaualgenwuchses im See ausgesprochen hat. Bestimmte Blaualgen können Giftstoffe enthalten, die zu Hautreizungen und im Einzelfall auch zu ernsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können.

Der rasante Blaualgenwuchs sei wohl auf das Mähen der Unterwasserpflanzen (Makrophyten) zurückzuführen, das kürzlich erfolgt sei, sagt Jörg Gerhold, Abteilungsleiter Grünflächenunterhaltung beim Umwelt- und Gartenamt. Man habe sich auch in diesem Jahr wieder dazu entschieden, die bis zu drei Meter hohen Schlingpflanzen zu mähen, um Badeunfälle zu vermeiden. Im Jahr 2013 hatten sich zwei Schwimmer in den Pflanzen verfangen und wären beinahe ertrunken.

Das Mähen der Unterwasserpflanzen, Mahd genannt, in den Uferbereichen der Badestrände habe allerdings auch seine Kehrseite, sagt Gerhold. Es begünstige nämlich das Wachstum der teils giftigen Blaualgen, zu denen sie ein Lichtkonkurrent darstellen. Wenn die Schlingpflanzen gemäht sind, gebe es zu viele Nähstoffe für die Blaualgen.

Frühstück statt Badevergnügen: (von links) Laura und Anne Benecke begnügten sich am Dienstag mit einem Aufenthalt am Bugastrand. Am Montagnachmittag waren die beiden noch im See geschwommen. Fotos:  Koch

Wie lange der Bugasee wegen der Blaualgen gesperrt bleiben wird, ob nun wenige Tage oder gar bis zu zwei Wochen, könne man derzeit nicht sagen, so Gerhold. „Das ist von der Witterung abhängig. Vom Licht, vom Wind und vom Regen.“

Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamtes sammeln allerdings in diesen Tagen die angeschwemmten Überreste der Schlingpflanzen und auch Blaualgen im Uferbereich des Bugasees ein. Die Pflanzenreste sehen nämlich nicht nur besonders schön aus, sondern verbreiten auch einen unangenehmen Geruch.

Trotz des Badeverbots scheuen sich einige Menschen nicht, in die Buga zu gehen. Wenn auch nur mit den Füßen. Olga Schill aus Bettenhausen, die hier früher regelmäßig geschwommen ist, hat kürzlich bei einem Spaziergang gesehen, dass so viele Algen im See sind. „Schade, dass es hier so schmutzig ist.“ Um den Bugasee wieder attraktiver zu machen, hat die Frau einen Rechen mitgebracht und damit Algen und Schlingpflanzen am Uferbereich entfernt.

Zum Twistesee

Einige Menschen hatten am Dienstagvormittag aber noch gar nichts von dem Badeverbot mitbekommen. „Ich habe mich schon gewundert, dass es hier so leer ist“, sagte ein Vater, dessen kleinen Söhne in der Buga baden wollten. Kurzerhand rief er den einen Sohn aus dem Wasser zurück und nahm dem Jüngeren die Schwimmflügel wieder ab. „Dann fahren wir halt an den Twistesee.“

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