Stadt und DLRG schaffen den Wasserrettungsdienst am Bugasee ab

Bugasee in Kassel: Badespaß nun auf eigene Gefahr

Im Bugasee darf weiterhin kostenfrei geschwommen werden. Allerdings: Der Badespaß geschieht künftig in eigener und alleiniger Verantwortung. Die DLRG-Rettungsschwimmer stellen ihren Dienst ein.

Ab Sommer in eigener Verantwortung: baden im Kasseler Bugasee. Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer können die Anforderungen an ein solches Badegewässer nicht mehr erfüllen.

Darauf einigten sich jetzt die Stadt Kassel und die DLRG, nachdem diese signalisiert hatte, dass es zunehmend schwieriger wird, ehrenamtliches Personal zur Verfügung zu stellen. Zudem hätten sich die Anforderungen an ein Badegewässer verändert, was zu einer Neubewertung der Situation geführt habe, berichtet Stadtsprecher Michael Schwab.

Obwohl es auch bislang keine rechtliche Verpflichtung der Stadt gab, für eine Badeaufsicht zu sorgen, hatte die DLRG nach einem Vertrag von 1982 wasserrettungsdienstliche Aufgaben übernommen. Da eine geregelte Besetzung mit Ehrenamtlichen nicht mehr sicherzustellen ist, setzten sich DLRG und Stadt zusammen, um die Wasserrettung am Bugasee grundsätzlich zu klären.

Grundlage der jetzt gemeinsam getroffenen Entscheidung sei ein Gutachten der International Life Saving Federation of Europe (ILSE) gewesen. Mit einer exemplarischen Risikobewertung für eine der sechs Badestellen am Bugasee (fünf Badestellen plus FKK-Bereich) hätten die Gutachter aufgezeigt, welche Ressourcen für eine Wasserrettung zur Verfügung gestellt werden müssten. Angenommen wurde dabei eine Einsatzzeit samstags und sonntags von 12 bis 20 Uhr im Zeitraum vom 15. Mai bis 15. September. Exemplarisch wurde von den Gutachtern lediglich Strand 2 untersucht, die Badestelle südwestlich der Wachstation (Hintergrund). Problem: Da die Buga sich in fünf, teils weit auseinanderliegende Badebuchten sowie einen FKK-Bereich gliedert, müssten die skizzierten Standards für Strand 2 an allen anderen Badestellen gewährleistet werden. Dies setze eine Personalstärke und eine räumlich wie zeitlich umfassende Wasserrettung voraus, die die DLRG ehrenamtlich nicht leisten könne, lautet das Fazit der Gutachter. Ein Wasserrettungsdienst nur am Strand 2 würde bei Badegästen eine Sicherheitserwartung für die gesamte Buga erzeugen, die nicht gewährleistet sei.

Stadt und DLRG haben deshalb vereinbart, dass die vertragliche Verpflichtung für einen Wasserrettungsdienst am Bugasee entfällt. Der DLRG steht der Bugasee weiterhin als Übungsgelände zur Verfügung, sie kann auch weiter das Gebäude an der Seglergaststätte nutzen.

Rubriklistenbild: © Dieter Schachtschneider

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