Bundesanstalt will sich von 234 Immobilien in Kassel trennen, aber nicht von der Belgischen Siedlung

Bund bietet Wohnungen an

Zum Verkauf: Auch an der Dennhäuser Straße in Niederzwehren will sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) von mehreren Wohnungen trennen. Foto:  Malmus

Kassel. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) will sich von 234 ihrer insgesamt 314 Wohnungen in Kassel trennen. Das bestätigt Bima-Sprecher Thorsten Grützner auf Anfrage.

Aufgrund ihres gesetzlichen Auftrages müsse die Bima Liegenschaften, an denen kein Bundesbedarf bestehe, grundsätzlich verkaufen. Dies gelte auch für die 234 Wohnungen an der Dennhäuser Straße (Niederzwehren), der Rubensstraße (Südstadt), der John-F.-Kennedy-Straße (Harleshausen), der Breitscheidstraße (Vorderer Westen) sowie der Schelling- und der Schopenhauerstraße (Wehlheiden).

Überwiegend vermietet

Die Wohnungen sind laut Grützner überwiegend vermietet. Die betroffenen Mieter und die Stadt Kassel seien anlässlich der Verkaufsvorbereitungen frühzeitig unterrichtet worden. Bei der Bima geht man allerdings davon aus, dass der Verkauf - „zum Marktwert“ - nicht vor Ende dieses Jahres über die Bühne gehen wird.

Kaufinteressenten gibt es für die Mehrfamilienhäuser offenbar bereits. Wohnungsgesellschaften fragten regelmäßig an, ob Immobilien zum Verkauf anstehen, sagt Grützner. „Das war auch in diesem Fall so.“

Nur in Einzelfällen können die Mieter allerdings selbst die Immobilie erwerben. Die Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern mit größeren Wohneinheiten könnten aufgrund ihrer technischen Infrastruktur nur komplett verkauft werden. Sie hätten beispielsweise nur eine Heizung und seien über ein Ringleitungsnetz erschlossen, sagt der Sprecher. Sofern aber keine technischen Gründe dagegensprechen würden, werde die Bima die Einfamilienhäuser - zu denen auch die Doppelhaushälften in Teilen der Kennedy-Straße gehören - den Mietern vorab zum Kauf anbieten.

Kauf bricht nicht Miete

Ansonsten werde sich nach dem Verkauf nichts ändern, sichert die Bima zu. „Die Käufer treten kraft Gesetzes in die mietvertraglichen Vereinbarungen zwischen den Mietern und der Bima ein“, sagt Grützner und verweist auf den Grundsatz „Kauf bricht nicht Miete“. Darüber hinaus seien die gesetzlichen Mieterschutzbestimmungen gültig.

Die Mieter der 74 Einfamilienhäuser in der Belgischen Siedlung in Wehlheiden müssen sich derweil keine Gedanken mehr darüber machen, ob die Bima ihre Häuser verkauft. Die Verkaufsabsicht für die Belgische Siedlung sei zunächst zurückgestellt worden, sagt Grützner. Grund hierfür seien technische Fragen bei der Erschließung der Einfamilienhäuser gewesen. Die Mieter wurden bereits darüber unterrichtet.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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