Bundesanstalt für Immobilienaufgaben behält vorerst 234 Wohnungen

Kassel. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) wird sich doch nicht von 234 ihrer insgesamt 314 Wohnungen in Kassel trennen. Das erklärte am Mittwoch Bima-Vorstand Dr. Jürgen Gehb. „Ich habe das Verkaufsteam zurückgepfiffen.“

Anfang April hatte die HNA darüber berichtet, dass die Bima beabsichtige, Wohnungen an der Dennhäuser Straße (Niederzwehren), der Rubensstraße (Südstadt), der John-F.-Kennedy-Straße (Harleshausen), der Breitscheidstraße (Vorderer Westen) sowie der Schelling- und der Schopenhauerstraße (Wehlheiden) noch in diesem Jahr zu veräußern. Besonders in Wehlheiden wurde daraufhin der Protest unter den Mietern groß.

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Vor zwei Wochen sei bereits ein Vorstandsbeschluss gefasst worden, die Wohnungen jetzt doch nicht auf einem Rutsch zu verkaufen, sagt Gehb. Durch eine „Kommunikationspanne“ bei der Bima sei der Rücktritt von der Verkaufsabsicht daraufhin nicht an alle Mieter weiter gegeben worden. Durch diese „unglückliche Kommunikation“ sei Unruhe entstanden. „Wir werden uns heute und morgen nicht von den Wohnungen in Kassel trennen“, sagt Gehb.

Er macht allerdings deutlich, dass die Bima aufgrund ihres gesetzlichen Auftrages, Liegenschaften, an denen kein Bundesbedarf bestehe, grundsätzlich verkaufen müsse. „Auch wir sind gehalten, wirtschaftlich zu arbeiten.“

Jürgen Gehb Foto:  Koch

Allerdings habe er seine Mitarbeiter vom Verkauf angewiesen, den Markt genau zu beobachten. Für die Wohnungen in Kassel sollten langfristig Käufer gesucht werden. Der Verkauf solle dann aber in kleineren Tranchen geschehen.

Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke ist froh darüber, dass die Bima die Wohnungen jetzt doch nicht voreilig verkaufen wolle und zu ihrer Verantwortung stehe.

Der Bundesanstalt gehören in Kassel nicht nur 314 Wohnungen, sondern auch der Magazinhof in Niederzwehren. Die unter Denkmalschutz gestellte Immobilie soll verkauft werden. Die Bima habe dazu die verkaufsvorbereitenden Schritte eingeleitet, sagt Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt. Im Rahmen eines Bieterverfahrens sollen Interessenten für eine Standortnachnutzung der Gebäude gesucht werden. Das Exposé werde zeitnah in Abstimmung mit dem Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz der Stadt Kassel erstellt. Die Ausschreibung zum Bieterverfahren soll noch im 2. Quartal dieses Jahres veröffentlicht werden.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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