32-Jähriger war in Syrien aktiv

Bundesanwaltschaft lässt mutmaßliches IS-Mitglied in Kassel festnehmen

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Ein Mann aus Kassel soll Mitglied des IS sein. Er wurde am Donnerstag festgenommen.

Die Bundesanwaltschaft hat in Kassel ein mutmaßliches Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat festnehmen lassen. Der Mann soll eine Einheit für Wach- und Schutzdienste angeführt haben.

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 17.22 Uhr - Der 32-jährige Syrer Mohamed A. G. soll sich im August 2013 in seinem Herkunftsland dem IS als Kämpfer angeschlossen haben, teilte die Strafverfolgungsbehörde am Freitag in Karlsruhe mit. 

Bis Mitte 2015 habe er den Ermittlungen zufolge auf Seiten der Miliz an mehreren Gefechten teilgenommen. Zudem soll der Festgenommene unter anderem eine Einheit von Kämpfern angeführt haben, die Wach- und Schutzdienste verrichtete. 

Der Mann wurde laut Ermittlern am Donnerstag festgenommen. Zudem wurde seine Wohnung durchsucht.

Der 32-Jährige wurde noch am Tag seiner Festnahme dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den zuvor erlassenen Haftbefehl eröffnete und den Vollzug von Untersuchungshaft anordnete. 

Was der Mann in Deutschland machte, teilten die Behörden zunächst nicht mit.

Wegen Terrorverdacht: Kasseler angeklagt

Der jetzt festgenommene 32-Jährige ist nicht der einzige Kasseler, gegen den im Zusammenhang mit dem IS ermittelt wird. Im August war ein 31 Jahre alter Mann aus Kassel wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt angeklagt worden. Nach Hinweisen, dass er mit Drogen handele, war 2014 die Wohnung des Mannes im Kasseler Stadtteil Wehlheiden durchsucht worden. Dabei fanden die Fahnder eine nicht funktionsfähige Kalaschnikow, Munition und eine Pistole der Marke Ceska. Außerdem hatte Walid D. Internetseiten zum Thema Islamischer Staat heruntergeladen und besaß Videos von terroristischen Kampfhandlungen und Tötungsszenen.

Sie schlossen sich dem IS an: Kasseler sucht nach seinen Söhnen

Joachim Gerhard aus Kassel sucht seit Jahren seine Söhne in Syrien. Sie hatten sich im Oktober 2014 dem IS angeschlossen.

Ein weiterer Fall, der im Zusammenhang mit dem IS in der Region für Aufsehen gesorgt hat, ist der von Joachim Gerhard. Weil sich seine zwei Söhne der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen hatten, reiste der Kasseler mehr als 20 Mal an die türkisch-syrische Grenze, um sie zu finden. 2014 fuhren die Söhne angeblich zu einem Ausflug nach Österreich, 2015 sagten sie sich in einem Video von ihrem Vater los. Der Verfassungsschutz hält sie für tot, Gerhard hatte aber noch im April Hinweise darauf, dass sie noch leben. Hier lesen Sie mehr über die verzweifelte Suche von Joachim Gerhard

Schlag gegen Göttinger Islamisten-Szene

In Göttingen waren Niedersächsische Sicherheitsbehörden Ende September gegen die islamistische Szene in der südniedersächsischen Stadt vorgegangen. Polizeibeamte durchsuchten zwei Wohnungen und ein Geschäft in der Innenstadt. Wie aus Ermittlerkreisen bekannt wurde, richtete sich die Aktion gegen einen 47-jährigen Mann aus Göttingen, der sich seit längerem im Visier der Staatsschützer befindet. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland ermittelt. (afp/lhe/mak)

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