50 Beamte fehlen

Der Bundespolizei in Kassel geht das Personal aus

Kassel. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm: Der Bundespolizei in Kassel geht das Personal aus.

Das befürchtet zumindest Thomas Weichert, Vorsitzender der GdP Kreisgruppe Bundespolizei Kassel. 

„Obwohl zahlreiche Stellen nicht besetzt sind, muss die Bundespolizei in Kassel Personal zum Flughafen Frankfurt/Main und zu anderen Dienststellen abordnen“, teilte Weichert am Freitagmittag SPD-Landtagsabgeordneten mit, die die Diensstelle in Kassel besuchten. Und diese Abordnungen erfolgen laut Weichert zudem noch teils gegen den Willen der Beschäftigten, so dass die Motivation unter den Bundespolizisten alles andere als gut sei.

Informationen zur Arbeit der Bundespolizei gibt es auch hier.

Laut GdP sind in Kassel 15 der 230 Dienstposten derzeit nicht besetzt. Ein weiteres Problem stelle die hohe Krankenquote und die Zahl der nicht mehr voll dienstfähigen Beamten dar. Insgesamt fehlten dadurch um die 50 Beamte. Die Situation werde sich noch verschärfen, denn in den kommenden fünf Jahren gingen etwa 50 und in den nächsten zehn Jahren sogar rund 100 Beamte in den Ruhestand.

Thomas Weichert

Die GdP habe schon vor Jahren vergeblich darauf aufmerksam gemacht, dass die Einstellungszahlen viel zu gering seien und vor der personellen Schieflage gewarnt. Erst mit Beginn der Flüchtlingskrise, den Anschlägen in Paris und Brüssel im Jahr 2015 sowie der weiterhin bestehenden Terrorgefahr habe man erkannt, dass die Polizeien der Länder und insbesondere die Bundespolizei erheblich unterbesetzt sind. Die Bundespolizei startete daher eine Einstellungsoffensive und erhalte somit einen Personalzuwachs von rund 7000 Stellen bis zum Jahr 2020.

Ob die Inspektion Kassel von den zusätzlichen Einstellungen profitieren könne, werde man erst in ein paar Jahren sehen, so Weichert. Das Gros der zusätzlichen Bundespolizisten würde wohl zunächst Schwerpunktdienststellen in Ballungsräumen wie Berlin, Frankfurt oder München und den Großflughäfen zur Verfügung gestellt.

Klaus Arend, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel, bestätigt, dass einige Stellen in der Inspektion nicht besetzt sind. „Abordnungen an andere Dienststellen belasteten uns“, sagt Arend. Er gehe aber davon aus, dass nach einer „Durststrecke“ auch Kassel in wenigen Jahren von der Einstellungsoffensive bei der Bundespolizei profitieren werde.

Rubriklistenbild: © dpa

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