Robin Braun, Anselm Dewald und Philipp Mandler gewannen bei „Jugend forscht“

Mit dem Laufroboter (vorn) zum Bundessieg: Robin Braun, Philipp Mandler und Anselm Dewald (von links), Max-Eyth-Schule, bei der Wettbewerbspräsentation Jugend forscht 2014. Foto: Haupt/nh

Kassel. Nicht nur im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN), auch an der Weserstraße, in der beruflichen Max-Eyth-Schule, gab es gestern Anlass zum Feiern.

Die Max-Eyth-Schüler Robin Braun, Anselm Dewald und Philipp Mandler (alle 18), sind am Wochenende als Vertreter des SFN vom Bundeswettbewerb Jugend forscht in Künezelsau zurückgekehrt. Im Gepäck: den Preis als Bundessieger im Bereich Technik. Zu dem Sieg führte sie der von ihnen entwickelte und programmierte Hexapod, ein sechsbeiniger Laufroboter, der vom Handy aus gesteuert werden kann.

Die Beine des Roboters passen sich beim Laufen dem Untergrund an; wird das Handy geneigt, neigt sich auch sein Rumpf. Er ist damit der ideale Prototyp für einen Aufklärungsroboter, der nach Katastrophen wie Erdbeben oder auf kontaminiertem Gelände zum Einsatz kommen kann, meint das Entwickler-Team. „Wie die Schüler den Roboter im Griff haben, ist faszinierend“, sagt SFN-Leiter Klaus-Peter Haupt, der seine Schützlinge mit anderen begleitete.

Zuletzt beim Landeswettbewerb hatten die Schüler noch einen gehörigen Schrecken bekommen, als der Hexapod nach einem Defekt vor der Präsentation die ganze Nacht lang repariert werden musste. „Bis zur Preisverleihung waren wir uns nicht sicher, wie die Jury unsere Arbeit bewertet“, sagte Robin. Doch sie räumten trotz kleiner Handicaps den ersten Preis ab. „Die Wettbewerbsleiterin hatte das Potenzial der großartigen Entwicklung erkannt“, kommentiert Haupt die Entscheidung der Jury. Für den Bundeswettbewerb hatte das Team jedes Teil als Ersatzteil im Gepäck.

Die Bestandteile ihres Roboters haben Robin, Philipp und Anselm zum Teil in Werkstätten ihrer Schule gefertigt. Dass gestern in der Schule (noch) nicht groß gefeiert wurde, liegt daran, dass Philipp und Anselm heute ihre mündlichen Abiturprüfungen ablegen. Schulleiter Arno Koch ist stolz: „Der Erfolg ist ein blendendes Beispiel für die gelungene Kooperation zwischen SFN und Max-Eyth-Schule.“

Der Bundessieg ist mit 2500 Euro dotiert. Zusätzlich erhielten die Schüler von der Deutschen Forschungsgemeinschaft den Europapreis (1000 Euro). Zusammen mit einem weiteren Team haben sie sich für den Europawettbewerb in Warschau qualifiziert.

„Unser Hexapod hat die Zuschauer angezogen“, sagt Robin, der im nächsten Jahr Abi macht und dann Maschinenbau studieren oder eine Ausbildung, etwa bei VW, machen möchte. Geruhsame Ferien werden die drei nicht haben: Jetzt muss die Präsentation ihres Hexapod auf Englisch vorbereitet werden.

Arne Hensel vom SFN erhielt beim Bundeswettbewerb im Fach Chemie den mit 500 Euro dotierten fünften Platz. Zusätzlich gab es für ihn den von der Gesellschaft Deutscher Chemiker vergebenen, mit 1000 Euro dotierten Sonderpreis für die „beste Arbeit in Chemie mit fundierter Verknüpfung von Theorie und Praxis“. Auf sein Verfahren, OLEDs in den Nanostrukturen zu erzeugen, hat Arne ein Patent eingereicht.

Beide SFN-Teams sind für September zum Empfang der Bundeskanzlerin eingeladen.

Von Christina Hein

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