Die SPD verliert stark, bleibt aber stärkste Kraft

Analyse der Zweitstimmen im Wahlkreis 168: Ebbe jenseits der 30 Prozent

Ein wenig zerknirscht: Die SPD ließ auch in Kassel Federn. Foto: Thiele

Kassel. Beim Blick auf die Verteilung der Zweitstimmen im Wahlkreis 168 fällt vor allem eines auf: Es gibt keine Partei mehr, die sich jenseits der 30 Prozent bewegt.

Die SPD wurde zwar ihrer Favoritenrolle in diesem traditionell sozialdemokratisch geprägten Wahlkreis gerecht; sie bekam die meisten Stimmen, kam aber noch nicht einmal über 29 Prozent hinaus. Die Dominanz der vergangenen Tage drückt das nicht aus. Dass die SPD stärkste Partei im Wahlkreis bleibt, hat mit der Schwäche der CDU zu tun: auch sie verlor – mit 5,7 Prozentpunkten im Übrigen fast exakt so viele wie die SPD.

Die Parteien sind auch in Kassel und Umgebung näher zusammengerückt. Interessant: Mit den Grünen, den Linken, der AfD und der FDP gibt es vier, deren Anteil sich nicht groß unterscheidet. Das Spektrum ist somit breiter geworden, was vor allem am Erstarken der AfD und am Wiedererstarken der FDP liegt.

Apropos AfD: Auffällig ist, dass sie in der Stadt Kassel knapp ein zweistelliges Ergebnis verpasste, während sie in den meisten Umlandgemeinden mehr als zehn Prozent holte – in Espenau sogar 13,7 Prozent der Zweitstimmen. Hier ist sie mit Abstand drittstärkste Kraft. In der Stadt Kassel haben diese Position die Grünen behauptet vor der Linken, die hier im Vergleich zu 2013 erheblich zugelegt hat. Grüne und Linke liegen mit 13,73 beziehungsweise 13,62 Prozent nahezu gleichauf. Auch diese jeweils hohen Werte führen dazu, dass die ersten sechs Parteien in der Stadt Kassel zahlenmäßig noch näher beieinander sind als im gesamten Wahlkreis.

Wirklich eindeutige Sieger gibt es nur noch in ein paar Umlandgemeinden. In Nieste und Söhrewald schaffte es die SPD jeweils noch über 40 Prozent, wobei sie auch hier jeweils starke Einbußen hinnehmen musste.

Die Sozialdemokraten können immerhin von sich behaupten, in allen Städten und Gemeinden des Wahlkreises stärkste Kraft zu sein. Am engsten war es bei den Zweitstimmen freilich in Vellmar. Dort kam die SPD auf 30,5 Prozent, die CDU fuhr hier mit 29,5 Prozent ihr besten Resultat an. Zum Vergleich: In Söhrewald kam sie nur auf 21,5 Prozent. 

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