Bundestagskandidaten im Porträt: Helmut Paul (Freie Wähler)

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Die Jagd ist sein Hobby, zur Politik sieht er da viele Gemeinsamkeiten: Helmut Paul (69), Unternehmer aus Kassel, tritt zur Bundestagswahl als Direktkandidat der Freien Wähler an. Unser Foto entstand am Hohen Gras. 

Kassel. Am 24. September ist Bundestagswahl. Wir stellen die Kandidaten im Wahlkreis 168 vor. Helmut Paul tritt für die Freien Wähler an.

Jagd und Politik haben viel gemeinsam, meint Helmut Paul. Um beim Jagen erfolgreich zu sein, müsse man verschiedene Faktoren berücksichtigen. „Genauso ist es in der Politik, denn auch dort kommt der Wind aus verschiedenen Richtungen“, sagt der 69-jährige Kasseler. Deshalb müsse man bei der Jagd wie in der Politik „rechtzeitig seinen Platz finden, um Erfolge im Fokus zu haben“.

Das Fernglas hängt beim Treffen am Hohen Gras um seinen Hals, das Gewehr trägt er am Riemen über die Schulter. Vor dreieinhalb Jahren hat Helmut Paul den Jagdschein gemacht. Danach ging er zunächst mit Begehungsschein auf die Pirsch. Seit 1. April streift das Mitglied der Hessenjäger durch ein Pachtrevier bei Bad Wildungen.

Rechtzeitig seinen Platz finden: In der Politik hat das bei Paul eine Weile gedauert. Nach dem Udo Jürgens Schlager „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ stieg er erst 2014 in die Kommunalpolitik ein. Der ehemalige Stadtverordnete Bernd Häfner habe ihn zu den Freien Wählern gelockt. Zur Kommunalwahl 2016 habe er erstmals für den Ortsbeirat in der Südstadt kandidiert. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2017 habe er Kandidat Dr. Bernd Hoppe im Wahlkampf unterstützt.

Helmut Paul: Vom Jäger zum Politiker

„Bei den Freien Wählern hat es einfach gepasst“, sagt Paul. Mit 69 Jahren tritt Paul nun als deren Direktkandidat im Wahlkreis 168 zur Bundestagswahl am 24. September an. Seither hat der Jäger weniger das Wild als die Kreuzchen der Wähler im Visier

Sein Slogan: „Mehr Kassel nach Berlin.“ Paul möchte sich für die Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen einsetzen. In der Verkehrspolitik sieht er ebenso Handlungsbedarf, fordert etwa eine bessere Ost-West-Anbindung. In vielerlei Hinsicht müsse sich „kolossal etwas ändern“, meint er. „Geld ist genug da.“

Es seien vor allem bundespolitische Themen, die ihn bewegen und die ihn zur Kandidatur bewogen hätten. Er fordert die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und der doppelten Bundestagsverwaltung in Berlin und Bonn. Er wünscht sich die Einführung einer Grundrente sowie kostenfreie Kitaplätze.

Aber auch lokale Themen sind ihm nach eigenem Bekunden wichtig. Denkt er zum Beispiel an die langwierigen Planungen zum Neubau der Bergshäuser Autobahnbrücke, wird er richtig ärgerlich. „In 15 Jahren wird in China eine ganze Großstadt gebaut.“

Punkten will er im Wahlkampf mit sozialen Themen und der Verkehrspolitik. „Ich möchte Kante zeigen“, sagt Paul. Aber wie ihm auch seine Arbeit noch Spaß mache, so müsse auch die Politik Spaß machen.

Als Direktkandidat im Wahlkreis peile er rund 7000 Wählerstimmen an. Das wären knapp fünf Prozent.

Zehn kurze Fragen an Kandidat Helmut Paul

  • Jeans oder Stoffhose? Stoffhose. 
  • Meer oder Berge? Meer. 
  • Facebook oder Twitter? Keins von beiden. 
  • Bier oder Wein? Wein. 
  • Fußball oder Formel 1? Formel 1. 
  • Hotel oder Zelt? Hotel. 
  • Mercedes oder BMW? BMW. 
  • Rock oder Pop? Pop. 
  • Ahle Wurscht oder Weckewerk? Ahle Wurscht und Weckewerk.
  • Aufzug oder Treppe? Treppe.

Zur Person: Helmut Paul kam mit 17 Jahren nach FUldabrück

Helmut Paul (69) tritt im Wahlkreis Kassel an. Er wurde am 12. September 1947 in Isernhagen geboren. Er wuchs in Hannover und Düsseldorf auf. Mit 17 Jahren kam er nach Fuldabrück-Dörnhagen. Paul absolvierte eine kaufmännische Ausbildung, war als Beamter bei der Post und viele Jahre im Großhandel bei Technazentra in Kassel tätig. Aus beruflichen Gründen ging er nach Bremen, kehrte 2008 aber nach Kassel zurück und machte sich mit der pb-planentechnik GmbH selbstständig. Helmut Paul trat 2014 den Freien Wählern in Kassel bei, ist deren stellvertretender Vorsitzender. Der Rentner, der noch in seinem Betrieb mitarbeitet, ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und einen Enkel. Mit seiner Frau wohnt er in der Südstadt. Seine Hobbys: Jagd, Hochseeangeln, Reisen.

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