Bundestagskandidaten im Porträt: Manfred Mattis (AfD)

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Läuft gern mit Hund Marley: AfD-Bundestagskandidat Manfred Mattis auf einer seiner Lieblingsstrecken am Warteberg rund um das Denkmal, das an den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz erinnert.  

Kassel. Am 24. September ist Bundestagswahl. Wir stellen die Kandidaten im Wahlkreis 168 vor. Manfred Mattis tritt für die AfD an.

Aus dem Lauf auf der Lieblingsstrecke wird nichts. Das Bein zwickt. „Wahrscheinlich eine kleine Zerrung“, sagt Manfred Mattis. So bleibt es diesmal beim Spaziergang am Warteberg. „Ansonsten bin ich hier in sportlichem Tempo unterwegs“, sagt der Bundestagskandidat der AfD.

Seit Mattis von Bad Wilhelmshöhe wieder an den Warteberg – den Ort seiner Kindheit – umgezogen ist, dreht er dort gern seine Runden bei bester Aussicht und Abendsonne. Das freut auch Marley, seinen stattlichen fünfjährigen Begleiter auf vier Pfoten. „Eine Kreuzung zwischen Australian Shepherd und Briard“, erklärt der Hundefreund.

Warum will er nach Berlin? „Es geht mir nicht um einen Posten“, sagt der 61-Jährige. Es geht ihm darum, dass zuviel schief läuft in Deutschland. Zum Beispiel in der Justiz. Da kennt er sich aus. Und weiß um die „dramatische Unterbesetzung“ in Gerichten. 2000 Richter fehlten bundesweit, „es wird an der falschen Stelle gespart.“ Dabei seien gute und schnelle Urteile wichtig. „Rechtssicherheit ist die Basis unserer Gesellschaft.“

Manfred Mattis möchte für mehr Sicherheit sorgen

Bei Staatsanwaltschaft und Polizei gebe es ähnliche Personalnot, auch dort würden Stellen weggespart. Wieder für mehr Sicherheit zu sorgen, für bessere Bildungspolitik zu streiten und für Renten, die Menschen nach einem arbeitsreichen Leben auch wirklich ein Auskommen sichern – das will er in Berlin angehen.

Seinen aussichtsreichen Listenplatz für einen Einzug in den Bundestag hat er wegen Querelen in seiner Partei wieder verloren. Bleibt nur ein Sieg bei der Direktwahl. „Träumen darf man ja“, sagt Mattis. „Und wenn es nicht klappt, habe ich ja einen tollen Beruf.“

Warum tut sich ein erfolgreicher Anwalt für Versicherungsrecht diese Partei an? Im Januar wurden die Scheiben seiner Kanzlei eingeworfen, die Fassade beschmiert. Einen AfD-Aufkleber würde er heute nicht mehr aufs Auto pappen. Aus Sorge, dass sein Pkw demoliert werden könnte. „Die Atmosphäre hat sich verändert“, hat Mattis erfahren. Er kämpft gegen das Vorurteil, die AfD sei demokratiefeindlich und setze auf einfache Wahrheiten. „Klar gibt es bei uns auch ein paar Nazis“, sagt er. Aber die große Zahl seiner Mitstreiter seien aufrechte Demokraten, die sich aber um die Zukunft ihres Heimatlandes sorgten.

Die Euro-Währung zum Beispiel sieht er bis heute kritisch. „Ich war kein Skeptiker, sondern ein Gegner“, sagt Mattis. Die Finanzkrise bestätigte ihn in seiner Ablehnung. Und nun kämpft er weiter gegen die Euro-Rettungspolitik in bankrotten europäischen Schuldnerstaaten. Und verweist darauf, wieviel Geld das den deutschen Staat kostet. „Wir sind Hauptzahler in der Europäischen Union.“

Mattis will einen sorgsameren Umgang mit Steuergeld. Und er will ein anderes Einwanderungsrecht, das es qualifizierten Zuwanderern ermöglicht, nach Deutschland zu kommen und sich hier bei uns ein neues Leben aufzubauen, aber die schwarzen Schafe draußen hält. Die Ursache der Flüchtlingsströme sieht er in einem Politikversagen. Um das zu ändern, will er nach Berlin.

Zehn kurze Fragen an Manfred Mattis

  • Jeans oder Stoffhose? Jeans 
  • Meer oder Berge? Berge 
  • Facebook oder Twitter? Facebook 
  • Bier oder Wein? Sowohl als auch 
  • Fußball oder Formel 1? Fußball 
  • Hotel oder Zelt? Hotel 
  • Mercedes oder BMW? BMW 
  • Rock oder Pop? Klassik 
  • Ahle Wurscht oder Weckewerk? Beides 
  • Aufzug oder Treppe? Aufzug

Zur Person: Manfred Mattis ist am Warteberg aufgewachsen

Manfred Mattis (61) tritt im Wahlkreis Kassel an. Er lebt heute wieder dort, wo er als Kind aufgewachsen ist: Am Warteberg im nördlichsten Zipfel der Stadt. Nach dem Abitur leistete der Rechtsanwalt Wehrdienst, studierte in Konstanz, Lausanne und München Jura, kam als Rechtsreferendar zurück nach Kassel, arbeitete zwei Jahre als angestellter Rechtsanwalt und ist seit dem Jahr 1988 mit eigener Kanzlei selbstständig. Im Jahr 2006 wandte sich der langjährige Christdemokrat von der CDU ab, nach einem Gastspiel bei den Freien Wählern gründete er 2013 den Kasseler Verband der Alternative für Deutschland (AfD) mit. Er ist Sprecher der AfD Kassel-Stadt sowie Mitglied im Landesvorstand und im Bundeskonvent der Partei. Mattis ist geschieden, er hat zwei erwachsene Kinder (Sohn und Tochter). In seiner Freizeit läuft er gern, fährt zudem Rad und Ski.

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