Bundestagskandidaten im Porträt: Jan Schuster (Die Partei)

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Engagiert sich seit zwei Jahren für die erlebnispädagogische Vater-Kind-Initiative „Das feuerrote Papamobil“: Jan Schuster, Direktkandidat zur Bundestagswahl der Satirepartei Die Partei. 

Kassel. Am 24. September ist Bundestagswahl. Wir stellen die Kandidaten im Wahlkreis 168 vor. Für die Satirepartei Die Partei geht Jan Schuster ins Rennen.

In braunen Sandalen, sandfarbenen Dreiviertelhosen, blauem Hemd, roter Krawatte und – wie er später erklären wird – dem 35-Euro-Jackett von C&A steht Jan Schuster an der Haltestelle Bahnhof Harleshausen. Auf den Gläsern seiner Sonnenbrille sind Bilder des Parteichefs Martin Sonneborn.

Wozu wir uns hier verabredet haben, das hat der 22-jährige Lehramtsstudent Schuster, der als Direktkandidat für die Satirepartei Die Partei zur Bundestagswahl antritt, nicht verraten. Er führt uns auf den nahegelegenen Parkplatz der Ernst-Leinius-Schule.

Hier steht ein 30 Jahre altes, ausrangiertes Feuerwehrauto. Der Schriftzug erklärt, dass es jetzt „Das feuerrote Papamobil“ ist – eine spendenfinanzierte Initiative der Evangelischen Kirche, der Volkshochschule und der Bildungsakademie des Landessportbundes.

„Es geht darum, Väter mit ihren Kindern zusammenzubringen, die Bindung zwischen ihnen durch Freizeitaktivitäten zu stärken“, erklärt Schuster. „Wir machen regelmäßig Erlebnis- und Mottotage in Kitas, an Schulen und in Betrieben.“

Wir, damit meint der Grundschullehrer in spe sich und den 73-jährigen ehemaligen Kfz-Mechaniker Wolfgang. „Das Team Rentner/Student ist einfach stark.“

Jan Schuster engagiert sich ehrenamtlich für Papamobil

Seit zwei Jahren engagiert sich Schuster ehrenamtlich für das Papamobil und begleitet zwei Touren pro Monat. Heute steht Inventur an. Die Kisten mit den Materialien und Spielzeugen – Sammelsurien an Holzschwertern, Frisbees, Bällen und Tennisschlägern – müssen beschriftet werden.

Das Papamobil sei ein gutes, zielgerichtetes Projekt, bei dem er Gelerntes zurückgeben könne, sagt Schuster, der nach dem Abi drei Monate auf einem Selbstversorgerhof im finnischen Tampere verbracht hat.

„Ein gutes Projekt“, das dachte Schuster auch, als er sich vor zwei Jahren der Hochschulgruppe der Partei an der Kasseler Uni anschloss. Die Satirepartei bot ihm eine Perspektive, schnell als Direktkandidat zur Bundestagswahl antreten zu können.

„Bevor ich in der Grundschule anfangen muss zu arbeiten, gehe ich lieber nach Berlin und nehme 10 000 Euro Schmerzensgeld“, sagt Schuster, der sich nach eigenen Aussagen nicht für lustig hält. Warum man ihn trotzdem wählen sollte? „Gerade weil ich im Gegensatz zu den anderen nicht lustig bin.“

Gewissenhaft sind inzwischen alle Kisten des Papamobils beschriftet, da gesellt sich ein Mann mittleren Alters zu uns. „Guten Tag, ich bin der Sohn dieses älteren Herren“, sagt er auf Jan Schuster deutend. Der trockene Humor, er liegt wohl in der Familie.

Zehn kurze Fragen an Jan Schuster

  • Jeans oder Stoffhose? Minirock 
  • Meer oder Berge? Berge 
  • Facebook oder Twitter? Tinder 
  • Bier oder Wein? Bier 
  • Fußball oder Formel 1? 2. albanische Fußballliga 
  • Hotel oder Zelt? Zelt 
  • Mercedes oder BMW? Kymco-Roller 
  • Rock oder Pop? Electro 
  • Ahle Wurscht oder Weckewerk? Veggie-Wurst 
  • Aufzug oder Treppe? Aufzug

Zur Person: Jan Schuster studiert an der Uni Kassel

Jan Schuster (22) tritt im Wahlkreis Kassel an. Er ist Kasselaner und studiert im 6. Semester Mathematik, Deutsch und Sachunterricht auf Grundschullehramt an der Uni Kassel. Der Sohn eines Heidelbergers und einer Allgäuerin machte 2013 Abitur am Wilhelmsgymnasium. Damals schon stellvertretender Schulsprecher, engagierte sich Schuster später auch in der Hochschulpolitik. Von September 2016 bis Ende Juli 2017 war er Öffentlichkeitsreferent des Asta. Derzeit ist er Vorsitzender des Ortsverbandes der Satire-Partei Die Partei. Schuster ist ledig und wohnt nahe des Campus in der Nordstadt in einer WG. Er hat drei Brüder und eine Schwester. Neben seinem Engagement beim „Papamobil“ ist Schuster unter anderem Mitglied bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

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