20.000 Stimmen haben bundesweit gefehlt

Grünen-Kandidat nicht im Parlament: 90 Minuten lang war Boris Mijatovic drin

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Im Wechselbad der Gefühle: Boris Mijatovic (Grüne) war am Wahlabend für etwa 90 Minuten im Bundestag.

Kassel. Als Fußballfan weiß Boris Mijatovic, dass Sieg und Niederlage eng beieinanderliegen. Der Bundestagskandidat der Grünen ist am Sonntagabend durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen.

Zwischen 20 und 21.30 Uhr sah es so aus, so Mijatovic, als zöge er in den Bundestag ein. Aktualisierte Hochrechnungen machten die Hoffnungen schließlich zunichte.

Relativ früh war für den Grünen klar, dass er den Einzug über die Landesliste nicht schaffen würde. Als Sechster auf der Liste lag er eine Position zu weit hinten. „Dafür hätten die Grünen etwa elf Prozent holen müssen“, sagt der Grüne. Nach dem amtlichen Endergebnis hatten sie in Hessen 9,7 Prozent der Stimmen gewonnen.

Chance durch Überhangmandate

Mijatovic hatte aber eine Chance, durch die bundesweite Verteilung der Überhangmandate einen Platz im Bundestag zu bekommen. Dabei hätte ihm die CSU geholfen. Denn die CSU hat in Bayern mehr Direktmandate gewonnen, als ihr nach den Zweitstimmen zustanden. Um den Effekt bei den anderen Parteien auszugleichen, hätte Mijatovic beinahe über ein sogenanntes Ausgleichsmandat nach Berlin ziehen können.

„Ich habe bis 2 Uhr nachts auf die Endergebnisse gewartet“, sagt Mijatovic. Bundesweit hätten etwa 20.000 Stimmen für die Grünen gefehlt. Am Morgen verkroch sich der Grüne nicht. Er habe viele SMS und Mails beantwortet.

„Letztlich muss ich das mit mir ausmachen“, sagt der 43-Jährige. Um auch gedanklich aufzuräumen, setzte er sich noch gestern auf sein Lastenrad, um seine Wahlplakate einzusammeln. Bis Ende Oktober arbeitet er im Büro der Bundestagsabgeordneten Nicole Maisch, die nicht mehr angetreten war. Ab November sucht der Politikwissenschaftler einen neuen Job.

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