Wahlkampf ohne Ende?

Vier Monate nach der Bundestagswahl hängen in Kassel immer noch Plakate

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Wirbt noch für „Mehr Kassel in Berlin“: Das Plakat von Helmut Paul, Kandidat der Freien Wähler, an der Sandershäuser Straße.

Kassel. Die Bundestagswahl war am 24. September 2017. Wer genau hinschaut, findet im Kasseler Stadtgebiet auch vier Monate nach dem Wahltermin Plakate der Kandidaten, Parteien und Wählergruppen.

An der Frankfurter Straße zum Beispiel wirbt die Linksjugend Solid in Höhe der Halltestelle Park Schönfeld noch immer um Stimmabgaben „Gegen die da oben“. Die Solid-Plakate waren jeweils unter der Wahlwerbung von der AfD platziert worden. Die aber sind schon alle weg.

Dass auch andere Politiker in Kassel noch Wahlkampf betreiben, fiel jetzt einer HNA-Leserin an der Sandershäuser Straße auf. An dem Zaun vor Mercedes wirbt Helmut Paul, der Kandidat der Freien Wähler im Bundestagswahlkreis, mit dem Slogan „Mehr Kassel für Berlin“ um Stimmen. Offenbar ist das Plakat den Beschäftigten des Ordnungsamtes nicht aufgefallen. Ansonsten dürfte es dort schon lange nicht mehr hängen.

Drei Tage nach Wahltermin müssen Plakate weg

Für das Auf- und Abhängen von Wahlplakaten gibt es nämlich auch in Kassel klare Vorgaben, berichtet Stadtsprecher Michael Schwab. Demnach wird den Parteien und Wählergruppen zur Auflage gemacht, dass sie innerhalb einer Frist von drei Tagen nach dem Wahltermin die Plakate wieder entfernen müssen.

Doppeldeutiges von der Linksjugend Solid: „Gegen die da oben“ richtete sich im Wahlkampf gegen die Elite aus Politik und Wirtschaft sowie gegen die AfD, unter deren Plakate die Linksjugend ihre Plakate klebte – gesehen an der Frankfurter Straße. 

Nach Schwabs Angaben wird eine gewisse Kulanzzeit eingeräumt. Bundestagswahl war am 24. September. Am 4. Oktober habe das Ordnungsamt geprüft, wo und wessen Plakate in der Stadt noch hängen. Diesen Parteien seien sodann Mahnungen ausgesprochen worden, dass – wenn die Plakate nicht umgehend verschwinden – die Stadt sie entfernen lasse und dies ihnen in Rechnung gestellt werde.

Auf diese Aufforderung hin seien alle Plakate entfernt worden, sagt Schwab. Die Stadt habe keiner Partei eine Rechnung zukommen lassen müssen. Das ein oder andere Plakat ist jedoch übersehen worden. So hat der Wahlkampf in Kassel auch vier Monate nach der Wahl noch kein Ende gefunden.

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