Auffälligkeiten im Wahlkreis 168

Bundestagswahl 2021 in Kassel: Höchste Wahlbeteiligung in Kirchditmold - Eine Analyse

Olaf Scholz ist überall: Der SPD-Kanzlerkandidat war auch vor der SPD-Parteizentrale in der Humboldtstraße zu sehen.
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Olaf Scholz ist überall: Der SPD-Kanzlerkandidat war auch vor der SPD-Parteizentrale in der Humboldtstraße zu sehen.

Die Überschriften stehen nach der Wahl für den Wahlkreis 168 fest: Timon Gremmels gewinnt das Direktmandat, die SPD ist bei den Zweitstimmen vorn. Eine Analyse.

Kassel - Die vorläufigen Endergebnisse zur Bundestagswahl 2021 in Kassel stehen fest.  Doch was sind die Auffälligkeiten dahinter? Ein genauer Blick auf die Zahlen:

Gremmels und Nieste: Timon Gremmels (SPD) holte sein bestes Ergebnis in Nieste – mit 50,8 Prozent. Nieste ist somit der einzige Ort, in dem der direkt gewählte Abgeordnete eine absolute Mehrheit verzeichnet.

Aufenanger und Ahnatal: Michael Aufenanager, der Direktkandidat der CDU, gewann nach Erststimmen nicht einmal in seiner Heimatgemeinde Ahnatal. Der einzige Kasseler Stadtteil, in dem er sich gegenüber Gremmels durchsetzte, ist Brasselsberg. Insgesamt blieb Aufenangers Ergebnis weit unter dem von CDU-Kandidat Norbert Wett vor vier Jahren. Wett holte damals 26,9 Prozent der Erststimmen.

Mijatovic und das Plus: Die CDU verlor bei den Erststimmen nahezu sieben Prozentpunkte, Boris Mijatovic von den Grünen legte dagegen ordentlich zu im Vergleich zu 2017. Damals kam er gerade mal auf 9,4 Prozent und lag sogar noch hinter dem AfD-Kandidaten Manfred Mattis. Nun verdoppelte Mijatovic seinen Stimmanteil fast. Vor allem in Kassel holte er fast 22 Prozent. Allerdings: Auch im Oberzentrum, in dem sich bei der Kommunalwahl die Grünen zuletzt vor die SPD schoben, liegt SPD-Bewerber Gremmels vorn. Auch bei den Zweitstimmen überholte die SPD die Grünen wieder.

Johst und der Landkreis: Die AfD-Bewerberin Sybille Johst hat ihre stärksten Ergebnisse nicht in der Stadt geholt, sondern in Gemeinden des Landkreises – in Söhrewald und Helsa. Ihr schlechtestes Ergebnis mit weniger als 4 Prozent der Erststimmen hat Johst im Vorderen Westen – dem Stadtteil, in dem sie auch wohnt.

Die Linken und Nord-Holland: Die Linken verzeichneten ihr bestes Wahlergebnis in Nord-Holland (18,36 Prozent der Erststimmen) gefolgt von Wesertor (13,45 Prozent). Insgesamt erlebten sie aber einen Absturz bei den Zweitstimmen: 11,3 Prozent waren es noch vor vier Jahren, jetzt kommen sie nicht einmal mehr auf 7 Prozent.

Kirchditmold und die Wahlbeteiligung:  Besonders hoch war die Wahlbeteiligung im Kasseler Stadtteil Kirchditmold mit mehr als 85 Prozent. Mehr als 80 Prozent verzeichneten in Kassel auch der Vordere Westen, der Jungfernkopf und Nordshausen.

Espenau und 2017: In Espenau lag die Wahlbeteiligung mit 81,8 Prozent genauso hoch wie bei der Bundestagswahl vor vier Jahren. Das war aber auch die einzige Konstante mit Blick auf die Wahlergebnisse, die ansonsten ziemlich nah am Bundestrend liegen.

Czisch und die Kleinen: Von den Direktkandidaten der kleinen Parteien schnitt Gregor Czisch von der Satirepartei Die Partei am besten ab: Er holte 1,79 Prozent. Die wenigsten Stimmen bei den Zweitstimmen erhielten im Übrigen die Liberal-Konservativen Reformer – mit 31 Stimmen. (kme/hag/aha/alh)

Bei den vorläufigen Ergebnissen der Bundestagswahl 2021 liegt die SPD klar vorn - am Montag (27.09.2021) rudert auch CDU-Kandidat Armin Laschet zurück: „Haben keinen Regierungsauftrag.“ Hier gibt es die Ergebnisse zur Bundestagswahl 2021 in Kassel. Auch der Kasseler Politikwissenschaftler hat die Bundestagswahl analysiert: „Kassel ist eine sozialdemokratische Stadt“.

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