Kasseler Kandidat wohl im Bundestag

Bundestagswahl 2021: Verhaltene Freude bei den Grünen

Vanessa Gronemann (von links), Boris Mijatovic,  Bettina Hoffmann, Daniel Stein und Awet Tesfaiesus
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Es hat gereicht: Die Grünen-Kreisvorsitzende Vanessa Gronemann (von links), Direktkandidat Boris Mijatovic, die hessische Spitzenkandidatin Bettina Hoffmann, Kreisvorsitzender Daniel Stein und Direktkandidatin Awet Tesfaiesus, die im Werra-Meißner-Kreis angetreten war.

Der Kasseler Grünen-Kandidat Boris Mijatovic hat es in den Bundestag geschafft. Auch für Awet Tesfaiesus stehen die Chancen gut.

Kassel – Sie waren gekommen, um zu feiern. Die Räume der Caricatura im Kulturbahnhof mit ihrer großen Theke sind dafür bestens geeignet. Als um kurz nach 18 Uhr die ersten Zahlen bei der Bundestagswahl 2021 bekannt wurden, blieb es einen Moment lang still bei den Anhängern der Grünen. Dann gab es doch noch Applaus, die Freude war allerdings verhalten. Wie viel Stimmung möglich ist, wurde bei den Prognosen für Berlin deutlich, wo die Grünen überraschend gut abschnitten.

Und vor Ort in Kassel? Da hatten sich die Politprofis schnell wieder gefangen (hier gibt es alle Ergebnisse im Wahlkreis 168). Die hessische Spitzenkandidatin Bettina Hoffmann sprach als erste vom besten Ergebnis aller Zeiten für die Grünen bei einer Bundestagswahl. Und je mehr sich der Saal mit den gerahmten Karikaturen an der Wand füllte, umso mehr stieg zunächst das Stimmungsbarometer.

Bundestagswahl in Kassel: Boris Mijatovic und Awet Tesfaiesus wohl im Bundestag

Zumal die beiden heimischen Kandidaten zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen konnten, dass sie so gut wie sicher in den Bundestag einziehen würden. „Glückwünsche nehme ich noch nicht entgegen, aber es sieht gut aus“, sagte Boris Mijatovic, der im zweiten Anlauf durch seinen achten Platz auf der Landesliste ohnehin gute Chancen hatte. Das Direktmandat im Wahlkreis 168 holte zwar Timon Gremmels (SPD), Mijatovic war dennoch guter Dinge.

Bis zum Schluss hat er Straßenwahlkampf gemacht und dabei sogar auf einen Besuch im Auestadion verzichtet. Normalerweise wäre der 47-Jährige am Samstag beim Heimspiel des KSV Hessen in der Nordkurve dabei gewesen, doch der Wahlkampf auf der Zielgeraden war wichtiger.

Da hat er ebenso wie seine Kollegin an der Fraktionsspitze der Kasseler Grünen alles gegeben. „Es könnte reichen“, sagte früh am Abend auch Awet Tesfaiesus. Die 47-jährige Juristin hatte als Direktkandidatin im Wahlkreis 169 (Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg) kandidiert. Mit Platz neun auf der Landesliste war sie aussichtsreich im Rennen. Doch das Bundestagsmandat wurde dann doch noch zur Zitterpartie. „Ich wollte mich im Vorfeld nicht groß mit dem Thema Berlin beschäftigen“, sagt die Frau mit Wurzeln in Eritrea. Um ein eventuell nötiges Hotelzimmer kümmere sich ihr Mann. Am Dienstag steht die erste Fraktionssitzung der Grünen auf dem Programm. Bei Redaktionsschluss war Awet Tesfaiesus dabei.

An der Sitzung wird Boris Mijatovic auf jeden Fall teilnehmen. Der bedankte sich bei allen Unterstützern und insbesondere bei seinen Eltern, die zur Wahl-Party gekommen waren. Für diejenigen, die im Wahlkampf mitgeholfen haben, hatte er ein kleines Geschenk. Selbst gemachtes Chutney aus grünen Tomaten in handlichen Gläschen abgefüllt. (Thomas Siemon)

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