Bundestagswahl 2017

Kommentar zum Ergebnis der Bundestagswahl in Kassel: Mit leiser Stimme in Berlin

Kassel. Mit einem kleinen Denkzettel wird Timon Gremmels in den Bundestag einziehen. Insgesamt hat Kassel in Berlin künftig eine eher leise Stimme. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Florian Hagemann.

Dass mit Timon Gremmels ein Sozialdemokrat den Wahlkreis 168 gewonnen hat und er nun in den Bundestag einzieht, ist für die SPD in Kassel und den umliegenden Gemeinden ein schwacher Trost in trüben Zeiten.

Schließlich mussten die Sozialdemokraten auch in einer ihrer verbliebenen Hochburgen herbe Verluste hinnehmen – bei Erst- und Zweitstimme. Gremmels wird also nicht als Kraftprotz nach Berlin geschickt, sondern als einer, der einen nicht kleinen Denkzettel mit sich trägt.

Das ist nicht zu unterschätzen, wenn es darum geht, wer in Zukunft eigentlich die Interessen der Menschen aus Kassel und den umliegenden Gemeinden aus dem Wahlkreis 168 in der Hauptstadt vertritt: Gremmels ist ein von vornherein geschwächter Neuling, der sich erst einmal zurechtfinden muss in einer Fraktion, die sich gerade neu als Oppositionspartei erfinden muss. Und dann?

Sollte es der Grüne Boris Mijatovic bei seiner Zitterpartie nicht in den Bundestag schaffen, wird Kassel künftig mit sehr leiser Stimme in Berlin auftreten, zumal die hiesige CDU dort seit Jahren nicht mehr stattfindet; das konnte auch der blasse Norbert Wett bei seinem zweiten Versuch nicht ändern.

Insofern gab es am Wahlabend im Rathaus viele lange Gesichter, was auch mit dem zweistelligen Ergebnis der AfD zu tun hatte.

So haben die Kasseler Stadtteile abgestimmt:

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