Kreisverbandschef tritt im Wahlkreis 168 zur Bundestagswahl an

Bundestagswahl: Matthias Nölke kandidiert für FDP

Geschenk für den Kandidaten: FDP-Bundestagsabgeordnete Mechthild Dyckmans gratulierte Matthias Nölke als Erste. Fotos: Dilling

Kassel. Die FDP hat in der Region eine erste Weiche für die Bundestagswahl im kommenden Jahr gestellt: Die Wahlkreisdelegiertenversammlung wählte am Donnerstag in Eppos Clubhaus Matthias Nölke in einer geheimen Kampfabstimmung zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis 168.

Der Wahlkreis 168 umfasst die Stadt Kassel und den nordöstlichen Landkreis.

Nölke erhielt die Zustimmung von 25 der 31 anwesenden Liberalen. Wahlberechtigt sind im Wahlkreis 205 FDP-Mitglieder. Überraschend war bei der Versammlung ein Kandidat gegen den 32-jährigen Juristen angetreten: Der Politologe Ufuk Olgun mit türkischen Wurzeln, nach eigenem Bekunden seit einem Jahr Mitglied der FDP, warb für sich mit dem Versprechen, er werde aufgrund seines großen Bekanntenkreises ein zweistelliges Ergebnis für die Kasseler FDP erzielen. Er werde auch um Wählerstimmen in der Nordstadt und in Bettenhausen kämpfen. Diese Stadtteile seien von der FDP bisher vernachlässigt worden. Die Lage der FDP sei desolat. Er wolle den Liberalismus retten, sagte Olgun.

Die bei der vergangenen Bundestagswahl arg gebeutelten Liberalen überzeugte das nicht. Olgun erhielt nur vier Stimmen. Es gab eine Enthaltung und eine ungültige Stimme. Olgun habe praktisch kein Programm vorzuweisen, lautete der Vorwurf vieler FDP-Mitglieder.

Nölke will sich im Fall seiner Wahl vor allem in der Verkehrspolitik engagieren, beispielsweise für eine bessere Anbindung des Flughafens Calden. Er werde die Bürger überzeugen, dass es wichtig sei, dass die FDP weiterhin im Bundestag vertreten ist.

Ohne Gegenstimme sprach sich die FDP-Mitgliederversammlung für ein Genossenschaftsmodell zum Erhalt der maroden Freibäder in Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen aus. Die Ortsverbände von Kirchditmold, Jungfernkopf, Harleshausen und Wilhelmshöhe hatten beantragt, die Stadt solle alle Möglichkeiten zum Erhalt der Bäder prüfen.

Mit einer Genossenschaft, an der sich alle Kasseler Bürger und auch die Stadt beteiligen könnten, sei ein wirtschaftlicher Betrieb – wenn auch vielleicht mit deutlich erhöhten Eintrittsgeldern – möglich, sagte Stefan Seegert.

In der Diskussion zeigte sich, dass die Mitglieder mit ihrer Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung über Kreuz liegen. Die will keinen Erhalt um jeden Preis. Die Freibäder seien „aus der Zeit gefallen“, meinte FDP-Fraktionschef Frank Oberbrunner. „Wir sollten den Amoklauf des Geldausgebens nicht fortsetzen“, sagte er. Man müsse abwarten, wie gut das neue Auebad angenommen werde. (pdi)

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