Pilotprojekt der Kasseler Bank, Raiffeisenbank Baunatal und Volksbank Göttingen

130.000 Kunden können dank neuer Bankkarte bis zu 25 Euro ohne Pin zahlen

Pilotprojekt Kontaktloses Bezahlen: Im Herkules-Markt in Vellmar gaben (von links) Michael Hohmann (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Baunatal), Hans-Christian Reuß (Vorstand Volksbank Göttingen), Wolfgang Osse (Vorstand Kasseler Bank) und Edeka-Hessenring Chef Hans-Richard Schneeweiß gestern den Startschuss. Foto: Hedler

Im Herkules-Markt in Vellmar ist der offizielle Startschuss für eine neue Art des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gefallen: das kontaktlose Zahlen mit der Bankkarte.

Das bundesweite Pilotprojekt wird von der Kasseler Bank, der Raiffeisenbank Baunatal (RBB) und der Volksbank Göttingen getragen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Wie funktioniert das kontaktfreie Zahlen?

Ganz einfach: Man hält die Bankkarte kurz über ein zigarettenschachtel-kleines Terminal, und in weniger als einer Sekunde ist der Bezahlvorgang abgeschlossen. Das Geld wird vom Konto abgebucht.

Worin besteht denn der Vorteil gegenüber den bislang verwendeten Verfahren? 

Man muss die Karte nicht mehr in den Schlitz stecken. Und bis zu einem Einkaufswert von 25 Euro ist die Eingabe einer Pin-Nummer nicht mehr erforderlich. Das spart Zeit. Allerdings schaltet sich die Funktion ohne Pin-Nummer nach jedem vierten Vorgang aus Sicherheitsgründen ab, kann aber durch Verwendung der Pin wieder aktiviert werden – sei es durch kontaktloses Zahlen eines Betrags, der 25 Euro übersteigt, oder durch eine Abhebung am Automaten.

Was passiert bei Kartenverlust oder -diebstahl?

In beiden Fällen wird die Karte gesperrt. Die Bank haftet bei einem Schaden bis maximal 100 Euro, also dem Betrag, für den man maximal ohne Pin einkaufen kann – allerdings nur, wenn der Vorfall bei der Polizei angezeigt wird.

Wer kann berührungsfrei zahlen und vor allem wo?

Die drei teilnehmenden Institute haben insgesamt 130.000 neue, mit dem Funkchip versehene Karten herausgegeben. Sie können in 48 Märkten der Edeka-Hessenring-Gruppe in Stadt und Landkreis Kassel, im Raum Göttingen und Northeim sowie im thüringischen Eichsfeld eingesetzt werden. Darüber hinaus machen derzeit 350 andere Einzelhändler in der Region mit. Das Netz soll schrittweise ausgebaut werden. Ab dem Frühjahr – also nach der erfolgreichen Pilotphase in Nordhessen und Südniedersachsen – will der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) das Verfahren bundesweit einführen.

Was haben Kunden und Händler von der neuen Zahlmethode? 

Die Kunden können sich auf schnellere Abfertigungszeiten an der Kasse einstellen, die Händler müssen weniger Bargeld deponieren und zu den Banken fahren lassen. Außerdem sinkt das Risiko, mit Falschgeld bezahlt zu werden. Edeka-Chef Hans-Richard Schneeweiß berichtet von täglich 70.000 Zahlvorgängen allein in den 48 teilnehmenden Märkten – davon nur ein Drittel bargeldlos. „Da müssen riesige Mengen Bargeld bewegt werden. Das ist aufwendig und teuer.“

Und wie profitieren die Banken? 

Auch sie haben mit zunehmendem bargeldlosen Zahlungsverkehr weniger Arbeit mit Papier- und Münzgeld und erhöhen Sicherheit und Diebstahlschutz, wie Kasseler-Bank-Vorstand Wolfgang Osse und der Vorstandsvorsitzende der RBB, Michael Hohmann, erklären.

Wie geht es jetzt weiter mit dieser Technik? 

Das jetzige Verfahren ist die Vorstufe des Zahlens per Handy, erklärt Hans-Christian Reuß vom Vorstand der Göttinger Volksbank. Das könne aber noch dauern.

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