In München ist ein Hochbunker für fünf Millionen Euro umgebaut worden

Aus Bunker wurden Lofts

Vorher und nachher: Aus dem schmucklosen Bunker ist ein modernes Gebäude geworden, dessen Ursprung aber nach wie vor zu erkennen ist.

München / Kassel. Im Herbst vergangenen Jahres ist der Umbau beendet worden, im März soll das außergewöhnliche Gebäude der Münchner Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Firma Euroboden hat in einem Bieterverfahren von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) einen Hochbunker (Baujahr 1942) in dem Münchner Stadtteil Schwabing erworben.

Im Februar vor zwei Jahren war Baubeginn. Die Umbaukosten hätten fünf Millionen Euro betragen, so eine Sprecherin des Unternehmens. Die Wohnungen sollen vermietet werden, über die Höhe der Miete und des Kaufpreises des Bunkers wurden keine Angaben gemacht.

Dies sei der bislang einzige unter Denkmalschutz stehende Bunker in Deutschland, bei dem es gelungen sei, alle Stockwerke in den Bunkergeschossen in Wohnraum umzuwandeln, sagt Stefan Höglmaier, Geschäftsführer von Euroboden. Fünf der sechs Hochbunker, die in Kassel verkauft werden sollen, stehen ebenfalls unter Denkmalschutz.

„Geschichtsbewusst“

Mit dem Umbau des denkmalgeschützten Hochbunkers in unmittelbarer Nachbarschaft zum Englischen Garten sei die „geschichtsbewusste Transformation eines Gebäudes“ gelungen, das auf modernste Wohnansprüche reagieren werde, so Höglmaier. Auf insgesamt über 1000 Quadratmetern seien eine sich über drei Etagen erstreckende Büroeinheit (210 Quadratmeter), drei großzügige Loftwohnungen (jeweils 120 Quadratmeter) und eine Penthousewohnung (400 Quadratmeter) entstanden. Der alte Dachstuhl des Bunkers wurde durch das Penthouse ersetzt.

Um viel Licht in das einst fensterlose Gebäude zu bringen, wurden in die zwei Meter starke Außenwand aus Stahlbeton große Fenster eingeschnitten. Dadurch sei eine neue Raumebene „in der Wand“ entstanden, welche die alten Innenräume mit dem Außenraum verbinde. Diese Gliederung in drei Schichten (Innenraum, Lichtraum, Außenraum) sei prägend für die gesamte Gestaltung des Bunkers, sagt der Bauherr.

Zuerst Gräfestraße

Wann in Kassel der erste umgebaute Bunker zu sehen ist, steht noch nicht fest. Jedenfalls will die Bima im Frühjahr zunächst den Hochbunker an der Gräfestraße (Wehlheiden) im Bieterverfahren zum Verkauf anbieten. Es sollen anschließend Hochbunker am Brasselsberg, in Bettenhausen, in der Unterneustadt und in Rothenditmold veräußert werden.

Weitere Informationen auf der Internetseite der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben unter http://www.faszination-bunker.de

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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