Bildungsregion: Beim Stadtteilrundgang erkundeten die Teilnehmer die sozialen Potenziale Waldaus

Bunter Container beliebter Treff

Interview vor dem Container: Paula Buchholz von der OSW (Mitte) fragte Ortsvorsteher Joachim Bonn (links) und Dezernentin Anne Janz nach den Zielen ihrer Jugendpolitik. Foto: Dilling

Waldau. Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) und Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne) schauen sich in dem großen, mit bunter Graffiti bemalten Container um und setzen sich dann auf die Bank.

Alles sauber, keine weggeworfenen Dosen oder Tüten verunstalten den Waldauer Jugendtreff, auch nicht den benachbarten Basketballplatz. Nur ein paar Kippen liegen auf der Wiese. „Nicht schlimm, die findet man auch an jeder Haltestelle“, sagt Bonn. „Super. Das ist gelungen, muss ich sagen“, erklärt Janz.

Der Container war die erste Station des von Simone Dieling vom Koordinationsbüro „Bildungsregion Waldau“ organisierten Rundgangs durch Waldau. Diesen Stadtteil sieht die Dezernentin Janz im Hinblick auf die Bildungslandschaft in Kassel als Vorbild an. Sie wolle ihn weiter unterstützen und Erfahrungen auf weitere Stadtteile übertragen.

Vor allem Schüler der Offenen Schule Waldau, die gleichzeitig den Spaziergang filmten, liefen mit Janz und Bonn mit. Der neue Jugendtreff soll mehr Erfolg haben als in Wehlheiden, wo ihn zuletzt hauptsächlich Alkoholiker und Obdachlose als Unterstand nutzten und häufig Müllhalden hinterließen. 7500 Euro hat sich der Ortsbeirat es kosten lassen, den Container nach Waldau zu transportieren, damit nicht mehr so viele Waldauer Jugendliche nachmittags und abends auf dem Gelände der Grundschule ihre Freizeit verbringen. Bonn forderte die Jugendlichen auf, den offenen Treffpunkt weiter zu verschönern, sich Bänke aus Holz zu zimmern. Der Ortsbeirat werde nächstes Jahr 4000 Euro für eine Tischtennisplatte spendieren. In der Begegnungsstätte Samowar an der Breslauer Straße freuen sich die älteren Damen über den Besuch der Jugendlichen. Auch diese sind dort willkommen, wo man für kleines Geld Mittagessen oder Kaffee trinken sowie Kontakte knüpfen kann.

Grundschüler im Garten

Später ging es zur Gustav-Heinemann-Wohnanlage, in der geistig behinderte Menschen leben. Sie ist ein Beispiel dafür, wie soziale Kontakte zwischen unterschiedlichen Gruppen in Waldau geknüpft werden. Grundschüler kommen regelmäßig, um im Garten der Wohnanlage zu arbeiten. Katrin Scharfenbaum, Soziapädagogin der Grundschule, schaut sich das Gehege mit Eseln an. Besuche bei den Tieren, das wäre ein schönes, weiteres Projekt für die Grundschüler, sagte sie. (pdi)

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