Ärger um Abmahnungen und Kündigungen des Franchise-Nehmers

Streit bei Burger King: Gütetermin vor Arbeitsgericht gescheitert

Hinter den Kulissen gibt es Streit: Das Bild zeigt die Burger-King-Filiale an der Leipziger Straße. Archivfoto: Fischer

Kassel. Es ist ein Gütetermin, den das Kasseler Arbeitsgericht am Dienstag angesetzt hatte. Aber die Versuche des Richters, eine Einigung zwischen dem Franchise-Nehmer der Kasseler Burger-King-Filialen und drei seiner Mitarbeitern zu erzielen, gingen ins Leere.

Insgesamt acht Abmahnungen sind auf die Männer eingehagelt. Der Richter sagt: „Manchmal ist es ganz gut zu gucken: Gibt es ein Problem hinter dem Problem?“ Ein Zuschauer im Saal raunt, da gebe es „fünfzig“.

Lesen Sie auch:

Abmahnungen, Kündigungen: Druck auf Mitarbeiter bei Kasseler Burger King

Etliche Kollegen und der zuständige Sekretär der Gewerkschaft Nahrung Genussmittel Gaststätten (NGG), Andreas Kampmann, sind zur Unterstützung der drei Mitarbeiter im Gericht erschienen. Die NGG meint, dass in den Kasseler Burger-King-Zentralen nur deshalb so viele Abmahnungen und Kündigungen verteilt werden, weil der Franchise-Nehmer langjährige Mitarbeiter loswerden will. Er sei „zu teuer“, sagt einer der Betroffenen schlicht am Rande des Gerichtstermins.

Andere kritisieren Personalabbau, nicht mehr zu schaffendes Arbeitsvolumen und klagen sogar über kaputte Maschinen, die zu lange nicht repariert würden. Bevor die BL Restaurant Management GmbH aus Kattlenburg-Lindau (Kreis Göttingen) die vier Schnellrestaurants von der Burger King Company übernommen habe, sei das viel besser gewesen, sagt einer.

Zwei der drei Männer, die mit ihren gestern erörterten Klagen eine Entfernung der Abmahnungen aus ihrer Personalakte erreichen wollen, sind auch gekündigt worden. In einem Fall, dem eines Restaurantleiters, hat das Arbeitsgericht dies bereits für unwirksam erklärt - allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Abgemahnt wurde der Mann, weil andere Beschäftigte zu lange gearbeitet haben sollen. Was genau er in einem solchen Fall künftig unternehmen soll, habe ihm der Arbeitgeber allerdings nicht mitgeteilt, bemängelt sein Rechtsbeistand vor Gericht.

Eine ganz ähnliche Abmahnung hatte auch die Betriebsrätin einer der Kasseler Filialen erhalten. Ihr wurde vorgeworfen, dass eine andere Mitarbeiterin ihre Pause unterbrochen hatte. Laut NGG wollte die Frau die Kunden im vollen Restaurant nicht warten lassen. Die Einhaltung der Arbeitszeitvorschriften werde von Behörden immer strenger kontrolliert, hatte Bernd Leinemann, Geschäftsführer der BL Restaurant Management GmbH, vor einem Monat zu dieser Abmahnung gesagt. Inzwischen wurde sie zurückgenommen, berichtet NGG-Sekretär Kampmann.

Die acht Abmahnungen, um die es gestern ging, sollen nun im Januar verhandelt werden. Der nächste Kündigungsprozess ist für Dezember terminiert.

Von Katja Schmidt

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.