Fahrer stieg aus, ohne Handbremse zu ziehen

Bus außer Kontrolle: Fahrgäste springen aus rollendem Fahrzeug

Kassel. Es ist ein Schreckensszenario: Ein mit Fahrgästen besetzter Bus rollt führerlos den Hang hinab. So ist es am Montagmittag am Herkules-Besucherzentrum geschehen.

Der rückwärts rollende Linienbus krachte in ein geparktes Auto und kam zum Stehen. Aus Panik waren die Fahrgäste zuvor aus den offenen Türen des Fahrzeugs gesprungen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Die 15 Fahrgäste kamen mit einem großen Schreck davon.

Der Bus der Linie 22, den die Firma Börner-Reisen aus Baunatal im Auftrag der KVG fährt, hatte gegen 13.30 Uhr die Haltestelle am Besucherzentrum angesteuert. Nachdem die Fahrgäste eingestiegen waren, drückte einer der Insassen offenbar versehentlich den Nothalt-Knopf. Dadurch war es dem Busfahrer nicht möglich, die Türen zu schließen. Statt die Sperre per Knopfdruck vom Führerstand aus aufzuheben, verließ der Busfahrer das Fahrzeug. Nach Angaben der Firma Börner wollte er von außerhalb die Sperre lösen.

Beim Aussteigen habe der Fahrer vergessen, die Handbremse zu ziehen, räumt Elvira Venema, Prokuristin bei Börner, ein. Er habe lediglich die Haltestellenbremse betätigt, die sich aber nach einiger Zeit automatisch löse. So begann der Bus auf dem abschüssigen Gelände nach hinten zu rollen.

Fahrgäste springen aus offenen Türen

„Es gab Geschrei und etliche Fahrgäste sprangen aus den offenen Türen“, berichtet ein 61-jähriger Augenzeuge, der mit seiner Enkeltochter im Bus gesessen hatte, gegenüber der HNA. Weil der Bus nicht schnurstracks den Hang in Richtung Ehlener Straße hinabrollte, sondern eine Kurve in Richtung Parkplätze machte, habe das Fahrzeug nur mäßige Fahrt aufgenommen – zum Glück. Poller, die der Bus überrollte, hätten ihn weiter gebremst. So war es auch dem 61-Jährigen gelungen, mit seiner Enkeltochter im Arm unverletzt aus dem rollenden Bus zu hüpfen.

Ein Fahrgast wollte noch die Bremse ziehen

Einer der Fahrgäste habe nach Angaben der Börner-Prokuristin noch versucht, die Bremse des Busses zu treten. Weil dessen Motor abgestellt war, habe es aber keine Bremskraftunterstützung gegeben. Die Irrfahrt endete schließlich vor einem geparkten Auto, das erheblich beschädigt wurde.

„Es war großes Glück, dass niemand im Auto saß und auch sonst an diesem Montag wenig los war am Herkules“, sagt die Prokuristin. Wegen des fatalen Fehlers sei der Fahrer, der seit zehn Jahren für Börner arbeitete, fristlos gekündigt worden. „Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren“, sagt Venema.

Rubriklistenbild: © HNA

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