Niedrige Gehälter: Bus- und Bahnfahrer sind sauer auf die KVG – Linien fallen weg

Kassel. Die Kunden von Bussen und Bahnen in Kassel müssen sich auf Änderungen einstellen: Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) plant offenbar, Buslinien einzuschränken. Das berichten Bus- und Straßenbahnfahrer der KVG.

Diese Pläne stünden in Zusammenhang mit der Eröffnung der neuen Straßenbahnlinie 1, die ab 22. Oktober nach Vellmar führen wird. Pressesprecher Ingo Pijanka bestätigt für die KVG, dass im Zuge des zusätzlichen Angebots „bei den Bussen was wegfallen wird“. Einige Buslinien würden auch verändert werden.

Fahrer der KVG berichten ferner von Plänen des Unternehmens, ab dem nächsten Jahr den Verkehr mit KVG-eigenen Bussen auf das Kasseler Stadtgebiet zu beschränken. Routen ins Umland sollen dann von Fremdunternehmen übernommen werden, die im Auftrag der KVG fahren. Zudem seien aus Personalmangel verschiedene Buslinien in den letzten Wochen gar nicht mehr gefahren worden.

Pläne, mehr Fremdunternehmen zu beauftragen, gebe es nicht, heißt es dazu bei der KVG. Es gebe auch keinen Personalmangel, sondern es sei zu Engpässen gekommen. Das liege an einer Krankheitswelle im September und daran, dass zurzeit verstärkt Mitarbeiter in den Ruhestand geschickt würden, stellt Pijanka klar.

Empört zeigen sich viele Fahrer der KVG darüber, dass die Verkehrsgesellschaft Preiserhöhungen mit hohen Personalkosten begründe. Dabei, so die KVG-Angestellten, müssten vor allem junge Bus- und Straßenbahnfahrer mit „lächerlichen“ Gehältern auskommen. So verdiene etwa ein junger Mann, der Bus und Straßenbahn lenkt, inklusive aller Zuschläge 1470 Euro netto im Monat (Steuerklasse eins, ein Kind).

Der KVG-Betriebsratsvorsitzende Ralf Salzmann sagt dazu: „Wir haben einen neuen Tarifvertrag. Der ist schlechter als der alte.“ Zu den Planungen der KVG und der Kritik der Fahrer wollte er sich nicht äußern.

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